20.12.2025 JB – Wenn Großvater zur Verhandlungsmasse wird – Im Winter, wird es warm auf der Bühne. In der Theatersaison 2026 hebt sich im Dorfgemeinschaftshaus erneut der Vorhang für die plattdeutsche Theatergruppe – und mit ihm für eine Geschichte, die ebenso komisch wie entlarvend ist. Gespielt wird der humorvolle Dreiakter „Opa ward verköfft“, ein Stück voller Witz, List und menschlicher Abgründe.
Seit Mitte Oktober wird unter der Regie von Helmut Gerdes mit großer Hingabe geprobt. Die Komödie stammt aus der Feder von Franz Streicher und erschien im Karl Mahnke Theaterverlag; ihre niederdeutsche Stimme erhielt sie durch die Übersetzung von Dieter Jorschik. Was dabei entsteht, ist mehr als ein heiterer Theaterabend – es ist ein augenzwinkernder Blick auf Habgier, Moral und den oft unterschätzten Scharfsinn des Alters.
Im Zentrum steht Bauer Kulenkamp, der den Hof gleich mitsamt dem Opa übernommen hat, als er einst die Erbin heiratete. Doch die Zeiten sind rauer geworden: Der Betrieb wirft kaum noch Gewinn ab, und die Streiche des alten Herrn sorgen eher für Ärger als für Erheiterung. Kurzerhand reift ein Plan, der ebenso bequem wie herzlos ist – der Opa soll fort. Da tritt der wohlhabende Bauer Fiesebarg aus dem Nachbardorf auf den Plan. Er gibt den Wohltäter, verspricht dem alten Mann einen angenehmen Lebensabend in Wohlstand und Behaglichkeit. Was sich hinter der Fassade verbirgt, ahnt zunächst niemand: Fiesebarg weiß um den Besitz des Opas – zwei Häuser, die dereinst vererbt werden wollen. Sein Angebot ist eindeutig: Er möchte den Großvater regelrecht „abkaufen“. Der Opa zieht um, vom bescheidenen Kulenkamp-Hof in das protzige Haus der Fiesebargs. Doch wer glaubt, der Alte lasse sich so einfach verschieben wie ein Möbelstück, irrt gewaltig. Längst hat er das Spiel durchschaut. Mit feinem Spott, stiller Bosheit und viel Vergnügen beginnt er, seine neuen „Besitzer“ zu testen – immer ein Stückchen weiter, bis Heuchelei und falsche Versprechen nicht mehr aufrechtzuerhalten sind. Wie weit kann man gehen, wenn Gier das Handeln bestimmt? Und wer sitzt am Ende wirklich am längeren Hebel? Die Antworten darauf serviert die Theatergruppe Börger mit viel Humor, Tempo und plattdeutscher Sprachkraft. Mehr sei nicht verraten – nur so viel: Dieser Opa ist alles andere als wehrlos.

Neugierig geworden?
Dann lohnt sich
ein Besuch im
Gemeindehaus.
Eine letzte
Aufführung ist
noch am Samstag
31.01 – 20 Uhr,