{"id":2904,"date":"2013-03-15T19:25:49","date_gmt":"2013-03-15T18:25:49","guid":{"rendered":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=2904"},"modified":"2025-11-13T08:19:38","modified_gmt":"2025-11-13T07:19:38","slug":"geschichte-borgers","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=2904","title":{"rendered":"B\u00f6rger Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dorfleben seit \u00fcber 1000 Jahren <\/strong><\/p>\n<p><div id=\"attachment_1016\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Deckbl.jpg\" rel=\"lightbox[2904]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1016\" src=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Deckbl-150x150.jpg\" alt=\"Von Rolfes, Geers und Ubbenjans\" title=\"Chronik B\u00f6rger\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"size-thumbnail wp-image-1016\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1016\" class=\"wp-caption-text\">Von Reinhard Rolfes, Hans Geers und Hermann Ubbenjans<\/p><\/div><br \/>\n<strong>Aus der Fr\u00fchgeschichte<\/strong><br \/>\nNordeurop\u00e4ische Germannen, die ein paar hundert Jahre vor der Zeitenwende sesshaft wurden, werden wohl an den Eschen des H\u00fcmmling, so auch in B\u00f6rger gesiedelt haben. Vorher waren wohl an mehreren Stellen Jagdlager vorhanden. Dieses belegen Fundstellen, Wege und Trampelpfade. Denn der Geestr\u00fccken B\u00f6rger lag an vielen niedrigen Marschgr\u00fcnden (Mask\u00b4en) die hervorragende Jagdgebiete darstellten, die von den langsam sesshaft werdenden V\u00f6lker zur Jagd und sp\u00e4ter f\u00fcr die Viehhaltung nutzbar waren. Und auf der Geest war der Esch f\u00fcr den Kornanbau zu gebrauchen. Ein genaues Alter unseres Dorfes l\u00e4sst sich aber nicht ermitteln. Auch die erstmalige urkundliche Erw\u00e4hnung  &#8222;das Jahre 854&#8220;, die immer wieder auftaucht, und die auch der Pfarrer Dr. Diepenbrock und vor ihm viele andere Leute aus einer alten Aufzeichnung (Falkenhagen 15. Jahrhundert) \u00fcbernehmen, l\u00e4sst sich historisch nicht belegen und ist h\u00f6chst fraglich. Es fehlen die Urkunden g\u00e4nzlich, es gibt nur wage Hinweise. H\u00f6chstwahrscheinlich sind die Stellen am Esch mit Trinkwasserquellen, wo es sich siedeln lies, schon vor Christi Geburt, den noch wandernden Germanen-Gruppen bekannt gewesen.<\/p>\n<p>Im B\u00f6rger Esch findet man eine m\u00e4chtige Mutterbodenschicht. Diese, so sagen Experten, kann nur durch einen 1000j\u00e4hrigen Ackerbau aufgebaut werden (Plaggenwirtschaft) und belegt, dass hier lange Menschen heimisch sind. Ob die Bewohner unseres Dorfes ihren Wohnort damals B\u00f6rger, Buigiri, Burgeren oder B\u00fcrgern nannten, oder ob es an mehreren Stellen in der Mark einst Siedlungen gab, ist fraglich. Sicher ist nur, das weit vor Christi Geburt auf dem H\u00fcmmling und in der B\u00f6rger Mark Menschen gelebt haben. Dieses belegen auch die Gro\u00dfsteingr\u00e4ber, H\u00fcgelgrabfelder und Einzelgr\u00e4ber, die an mehreren Stellen in der B\u00f6rger Mark vorhanden und teilweise noch existend sind. Man findet die verschiedenen Grablegen der Jungsteinzeit sehr oft in Gruppen (Steingr\u00e4ber, H\u00fcgelgr\u00e4ber, Einzelgr\u00e4ber), so auch in der B\u00f6rger Mark. S\u00fcdlich von B\u00f6rger im Esch vor der Hemst\u00e4e, sollen einst Menschen gesiedelt haben, berichtet eine m\u00fcndliche \u00dcberlieferung. Hier am Dullgoarn, befand sich einmal ein gro\u00dfes Grabh\u00fcgelfeld (\u00fcbersetzt wohl \u201eHeimst\u00e4tte\u201c) aus der Jungsteinzeit, Einzelgr\u00e4ber und auch ein Steingrab auf dem S\u00fcnnebarg. Die Grabh\u00fcgel, die in der gesamten B\u00f6rger Mark verstreut zu finden sind, entstammen der so genannten Schnurbecherkultur (zuwandernde Gruppen aus dem S\u00fcdosten, auch Streitaxtmenschen genannt). <\/p>\n<p><strong>Nach der Zeitenwende<\/strong><br \/>\nUm Christi Geburt wohnten &#8222;Amsivarier&#8220; (von den R\u00f6mern so genannte Emsanwohner) hier auf dem H\u00fcmmling. Dieses kleine Volk wurde, so \u00fcberliefern es r\u00f6mische Geschichtsschreiber Tacitus und andere Schriftgelehrte, aus Rache nach der Varusschlacht unterjocht, verschleppt oder versklavt, weil sie im Gegensatz zu ihren Nachbarst\u00e4mmen den Chatten (oder Chauken) nicht Verb\u00fcndete der R\u00f6mer waren, der nordischen Religion und dem Freiheitsgedanken der Nordv\u00f6lker angeh\u00f6rten und in dieser Zeit Arminius (Hermann dem Cherusker) folgten. Kurze Zeit sp\u00e4ter (um 100 n. Chr.) lebte der Germanenstamm der Chauken (oder Chatten) im Emsland und auf dem H\u00fcmmling, und nahmen hier aus Osten kommend, die Herrschaft ein. Sie, die Chauken und Reste der Amsivaris wurden im Rahmen der V\u00f6lkerwanderung weiter gen Westen gedr\u00fcckt und die Namen verlieren sich in der Geschichte. So entstanden wohl die namensgleichen Orte hier und auf dem Hundsr\u00fcggen in der Provinz Drente (B\u00f6rger &#8211; Borger, Apeldorn &#8211; Appeldorn, Meppen &#8211; Meppel und Meppen, Haren &#8211; Haren, Emen &#8211; Emmen, Holte &#8211; Holte und weitere mehr). Der r\u00f6mische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet im 2. Jahrhundert nach Christi \u00fcber die Chauken, dass sie sich durch G\u00fcte und Familiensinn, aber auch durch Tapferkeit im Kampf gegen Feinde auszeichnen. Um das Jahr 400 r\u00fcckten die Sachsen aus Nordosten vor und die Friesen nahmen von Westen Einflu\u00df auf das Land zwischen Ems und Weser an der K\u00fcste und den H\u00fcmmling. Westfriesland (das Reich der Bataver an der Rhein und Maasm\u00fcndung) wurde von den R\u00f6mern besetzt und nicht frei (wurde mit hohen Lasten belegt). Die Friesen suchten die Freiheit im freien Germanien und auch wegen Sturmfluten und schlechter werdendem Klima (vorr\u00fcckende Nordee und K\u00e4lte-\/Trockenperioden) im Norden, suchte man h\u00f6here Siedlungsgebiete \u00f6stlich (Ostfriesische Geest und H\u00fcmmling). In dieser Zeit war der H\u00fcmmling sehr d\u00fcnn besiedelt. Der H\u00fcmmling war bis ins sp\u00e4te Mittelalter zwischen Sachsen und Friesen strittig. Die Sachsen waren aber wohl Herren im Lande.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen wohl davon ausgehen, dass sowohl Sachsen, Amsivaris, Chauken aber auch die Friesen Spuren in den Genen der H\u00fcmmlinger und B\u00f6rgeraner haben. &#8211; Das in der Zeit von 400 bis 750 so wenig \u00fcber Norddeutschland \u00fcberliefert ist hat vor allem drei Gr\u00fcnde. 1. Kriegerische Fehden machen Geschichte. Das friedliche Zusammenleben der Menschen bringt wenig Schlagzeilen auch, 2. die Sachsen keine Schriftsprache kannten, und 3. die d\u00fcnne Besiedlung &#8211; und so nennt man diese Zeit im Sachsenland und besonders hier auch wohl &#8222;die geschichtslose Zeit&#8220;, weil so wenig an Geschichtsdaten da sind.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberlieferungen <\/strong><br \/>\nB\u00f6rger f\u00fchrt seinen Ursprung auf Kaiser Karl den Gro\u00dfen zur\u00fcck, so wird es \u00fcberliefert. Im Jahre 854 soll es Burgiri genannt sein und im Jahre 879 \u201eBurgium\u201c hei\u00dfen (alts\u00e4chsisch), berichtet der Hobbyhistoriker Dr. Diepenbrock. Im Jahre 1160 in einer anderen Urkunde \u201eB\u00fcrgeren\u201c. Der emsl\u00e4ndische Sprachforscher Abeln \u00fcbersetzte Burgiri mit Birkenh\u00f6he. Eine andere \u00dcberlieferung spricht von einer Ansiedlung von Friesen um das Jahr 783. \u201eDiese Friesischen Siedler sollen als Grabwache bei ihrem gefallenen K\u00f6nig oder Heerf\u00fchrer Surboard (Surwold) geblieben sein, als dieser schwer verwundet nach der Schlacht zwischen Franken und den Nordv\u00f6lkern Sachsen \/ Friesen, an der Hase bei Hasel\u00fcnne-D\u00f6rgen und Schleper, hier in unserer Mark, an der Grenze zu seinem Friesenreich, beigesetzt wurde. Surboard oder in der nordischen Sprache wohl ?? Suirboard war ein Verwandter oder Nachkomme, so vermutet man, des Raadboard, F\u00fcrst der Friesen, der das Friesenreich von Br\u00fcgge bis Nordfriesland noch einmal zur Bl\u00fcte vereinte und in Stoavern und Utech im westlichen Kernland Frieslands residierten. Mit dem Tod des Friesenf\u00fcrsten oder einfach nur Herrf\u00fchrer Surboard ging das Reich der Friesen zu Gunsten der Frankenreiches in Mitteleuropa unter. Nachkommen von Raadboard konnten das Reich nicht mehr zusammenhalten. (\u00dcbrig blieb nur die Enklave Ostfriesland). Die Ehrenwachen von Surboard sollen mit Freibrief von Karl dem Gro\u00dfen \u201eals freie B\u00fcrger (= B\u00f6rger) des Sachsenlandes&#8220; ans\u00e4ssig geworden sein und die 16 alten Erbhofbesitzer sein, so sagt man. Eine dritte \u00dcberlieferung \u00fcber den Ursprung des Dorfes berichtet von einem Wehrdorf mit 16 H\u00fctten (H\u00e4usern) die, von den Sachsenf\u00fcrsten des fr\u00fchen Mittelalters&#8220;, zum Schutz des Sachsenlandes an der Grenze zu Ostfriesland angelegt wurde. <\/p>\n<p><strong>Weltliche und kirchliche Obrigkeit <\/strong><br \/>\nDie Germanen verehrten ihre nordischen Gottheiten mit Gottvater Wodan, Sohn Thor, sowie Freja und Weiteren. Nach diesen Gottheiten sind die Wochentage benannt. Es h\u00e4lt sich die \u00dcberlieferung, dass bei den gro\u00dfen Steinen in B\u00f6rger einst eine alte Thingst\u00e4tte auf dem Fehmeberg, (heute Vogelberg mit Steingrab) war, und man auf dem dortigen Opferstein, Gaben darbrachte und an diesem Platz &#8222;Zeremonien&#8220;, aber auch &#8222;Gericht&#8220; (Fehme &#8211; Vergeltung) abhielt, bis der Christliche Glaube Fu\u00df fasste. Die Missionierung Norddeutschlands erfolgte durch christliche Missionare, die ab 750 n. Chr. aus Irland und Angelsachsen kamen. Der Missionar Ludger und sp\u00e4ter Bonifatius gelten als Verbreiter des Glaubens in Norddeutschland. Die Missionare verbreiteten den christlichen Glauben bei den Friesen und Sachsen, zuerst aber mit nur m\u00e4\u00dfigem Erfolg mit vielen R\u00fcckschl\u00e4gen. Die Franken festigten das Christentum, sp\u00e4ter als Staatsreligion, und so wurde Norddeutschland und das Emsland christlich. Um 800 entstanden die ersten Kirchen. B\u00f6rger und der H\u00fcmmling wurden im Mittelalter kirchlich aber auch weltlich vom Kloster Corvey (in der N\u00e4he von H\u00f6xter an der Weser) verwaltet. Ob der H\u00fcmmling durch die Missionszellen Meppen oder Visbeck missioniert wird, ist nicht genau aufgezeichnet. Sp\u00e4ter wird der H\u00fcmmling mit der Urkirche in S\u00f6gel, Meppen zugeordnet. Mit der Ausf\u00fchrung der weltlichen Macht (Gerichtsbarkeit und Steuerwesen) wurden Grafen eingesetzt (belehnt). F\u00fcr die Grafschaft Meppen und den H\u00fcmmling waren es die Grafen von Ravensberg und Tecklenburg. Nach langen erbitterten Streitigkeiten zwischen beiden H\u00e4usern verkaufte die Erbin der Nordlande Ravensbergs (Meppen, Vechta und weitere Besitzungen in Groningen und Emden) Jutta von Ravensberg als Witwe (aus dem Hause Tecklenburg) im Jahre 1252 den verwaiste Grafenstuhl des Emslandes und die weltliche Macht ging an den Bischof von M\u00fcnster \u00fcber. Seither nennt man diese Region Niederstift M\u00fcnster. Bis 1668 besa\u00df der Bischof von M\u00fcnster die \u201eweltliche Macht\u201c, und der Bischof von Osnabr\u00fcck \u201edie kirchliche Macht\u201c. Danach wechselte die kirchliche Macht nach M\u00fcnster und ab 1824 wieder zum Bischof nach Osnabr\u00fcck. Die weltliche Macht \u00fcber das Emsland ging 1803 unter Napoleon an Frankreich, dann an den Herzog von Arenberg, sp\u00e4ter an den K\u00f6nig von Hannover und dann Preu\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Steuerabgaben<\/strong><br \/>\nDer B\u00f6rger Zehnte (= Steuern) ging ab der fr\u00e4nkischen Zeit an das Kloster Corvey. Neben den j\u00e4hrlichen Steuern (Fr\u00fchjahrs- und Herbstbeden) gab es noch Sondersteuern (z.B. die &#8222;Rauchh\u00fchnersteuer&#8220; oder besondere Steuern bei Kriegslagen etc., wie die &#8222;T\u00fcrkensteuer&#8220;). F\u00fcr B\u00f6rger waren es wohl die Dienstleute der Herren zu Landegge die den Zehnten einzogen und f\u00fcr die Obrigkeit verteilten. Sp\u00e4ter belehnte der Bischof von Osnabr\u00fcck (Rechtsnachfolger des Klosters Corvey) die von Beele und von Langen (sesshaft auf Spyk bei Oberlangen, Junkern Beel und Haus Landegge) mit der Steuer und danach ging der B\u00f6rger Zehnte durch Vererbung an die Herren von Langen zu Brahe (von Brae) an der Ems in Tunxdorf \u00fcber. Erbnachfolger der von Langen ist Wynrich von Brae geboren um 1300. Er wurde 1359 abermals mit den Zehnten von B\u00f6rger belehnt. Von Brae besa\u00df in der Glanzzeit der Linie &#8222;von Brae&#8220; die Burg Papenburg, Altenkamp in Aschendorf, die Burg in Oldersum sowie die Besitzung und Wohnsitz in Tunxdorf. Sp\u00e4ter gingen die Steuern, der B\u00f6rger Zehnt, an die Erben im Haus Campe (von Brae zu Campe sp\u00e4ter Dinklage) zur H\u00e4lfte. Der andere Teil an das Haus Heede (Oltmann von Heede, einer  verwandten Linie). Durch Rechtstitel (Verkauf des Hauses Heede an den Erbk\u00e4mmerer Franz Wilhelm von Galen zu Assen des Bischofs von M\u00fcnster 1670) an den Grafen von Galen zur anderen H\u00e4lfte. Johann Otto von Heede hatte 1665 seine Magd schwer misshandelt, die an den Folgen starb. Er floh nach Holland um sich einer Verurteilung zu entziehen, wo er auch starb. Seine Schwestern verkaufen die Besitzung Heede. \u00d6fter wird ein Vogt Freese (Schwenke?), aber auch Nankemann aus D\u00fcthe erw\u00e4hnt, die mit einem gro\u00dfen Tro\u00df die Steuern eintrieb, sich in B\u00f6rger im Gasthof Scherlmann bewirten liesen, Steuerfl\u00fcchtlige und nicht entrichtete Abgaben ermittelte und Berichte fertigte.<\/p>\n<p><strong>Freie Bauern auf dem H\u00fcmmling <\/strong><br \/>\nDer H\u00fcmmling war im Mittelalter im Gegensatz zu anderen Gebieten an den Fl\u00fcssen (z.B. Hase und Ems), sehr d\u00fcnn besiedelt wohl nicht massiv bewaldet. Experten meinen, das hier mit der Buche lichter Wald mit vielen Heidefl\u00e4chen vorherrschten. Andere Experten verneinen diese Aussage und Forschung und sprechen davon, das die Heidelichtungen durch Viehhaltung entstanden sind. Man hielt am Wohnort, wo Lehmb\u00f6den und Wasser vorhanden war, Vieh und betrieb Ackerbau (auf den Eschen). Das Vieh hielt man in Hudewirtschaft (eine Art Waldnutzung durch Haustiere). Sp\u00e4ter entwickelte sich vom neunten Jahrhundert an dann durch weiteres Zur\u00fcckdr\u00e4ngen des Waldes die Heidewirtschaft mit der Schafhaltung. Und je weiter der Wald wich und Heidelandschaft entstand, je gr\u00f6\u00dfer wurden die Heidschnuckenherden. Diese waren f\u00fcr die wachsende Bev\u00f6lkerung des H\u00fcmmling notwendig, weil Ackerland auf den Sand- und Moorb\u00f6den nicht auszudehnen war. W\u00e4hrend in anderen Gegenden viele H\u00f6fe \u201eeigenbeh\u00f6rig\u201c (in Besitz eines Landesherrn) wurden, sind auf dem H\u00fcmmling nur einige wenige H\u00f6fe im Eigentum eines Adeligen gewesen (waren wohl wenig ertragreich f\u00fcr die Besteuerung). Man taxierte Vollerben als Halberben ein, da der Ertrag der Arbeit gering war. Ein anderer Grund scheint die Freiheitsliebe der Bewohner zu sein. Wiederholte Aufst\u00e4nde der hiesigen Landsassen gegen auferlegte Lasten und Steuern, aber auch als Protest gegen den nicht vorhandenen Schutz gegen Pl\u00fcnderungen und Brandschatzungen aus benachbarten Regionen (Holl\u00e4nder, Friesen, Stedinger, Tecklenburger) brachten die Freien H\u00fcmmlinger gegen die Herrschaft auf. Sie lieb\u00e4ugelten mit den Freiheiten der Ostfriesen (Schieringer-Lobby). 1266 wollten Sie sich unter den Schutz der Friesl\u00e4nder begeben, um eigene Herren zu sein. Dieses gelang jedoch nicht. Weitere Aufst\u00e4nde der Bauern gab es 1340 und 1449. Die Freibauernurkunde aus dem Jahre 1394 gibt ein wenig Aufschluss \u00fcber die Probleme der Zeit. In dieser Urkunde unterstellen sich die H\u00fcmmlinger Bauern dem Schutz des Bischofs von M\u00fcnster, als dieser die von den Tecklenburger beanspruchte Cloppenburg erobert und an Macht gewinnt. Er solle den H\u00fcmmling gegen \u00dcbergriffe von fremden Adeligen und Banden sch\u00fctzen. In dieser Bekundung sind die B\u00f6rger Bauern Oldeth, Abeln und Kosse erw\u00e4hnt. In B\u00f6rger sind einst 16 Urh\u00f6fe (19 Voll- und Halberben) vorhanden gewesen, aus denen sich die heutige Dorfgemeinschaft entwickelte. Die erste Siedlungseinheit wird in B\u00f6rger wohl die Hofgruppe gewesen sein, die sich als Hufe (von Hufeisenform) um einen Dorfmittelpunkt (Dorfbusk) formierte. Sp\u00e4ter entwickelte sich das \u201eHaufendorf\u201c. In einer \u00dcberlieferung wird von zwei Hufen in B\u00f6rger gesprochen. \u00dcber die Jahrhunderte ist diese Zweisamkeit (Dualit\u00e4t) von B\u00f6rger immer wieder zu finden (zwei Eschteile, zwei Steuerscheunen, zwei M\u00fchlen, zwei Neusiedlungen in der Mark 1788, usw.).<\/p>\n<p><strong>Fehden, Kriege, \u00dcberf\u00e4lle, die Pest<\/strong><br \/>\nDurch die Jahrhunderte gab es zu allen Zeiten menschliches Elend durch Pest, Fehden unter den Adelsfamilien, Gruppen und St\u00e4mmen sowie \u00dcberf\u00e4lle, Pl\u00fcnderungen und Kriege brachten Leid in das Dorf. Die ersten Berichte, die wir finden k\u00f6nnen, sprechen von Rache und Vernichtung gegen die Germanen und die Versklavung der Emsbewohner durch R\u00f6mische Legionen. Nach der vernichtenden Niederlage der R\u00f6mer und dem Sieg der Germanen im Jahre 9 n. Chr. unter Arminius am Nordrand des Wiehengebirges, des Osnas gab es einen Rachefeldzug der R\u00f6mer. Schon vorher war die Zeit der gro\u00dfen V\u00f6lkerwanderungen in Europa, die mit Sicherheit auch Kampf und Tod unter den St\u00e4mmen brachte. Auch das Einwandern der Chauken und sp\u00e4ter der Sachsen in unsere Heimat ist mit Sicherheit nicht ohne Krieg, Elend und Unterdr\u00fcckung abgegangen. In den folgenden Jahrhunderten gab es Einf\u00e4lle von Normannen, die \u00fcber die Ems bis in unsere Heimat kamen. Man nannte sie auch Wikinger. Aus dem Mittelalter wird von \u00dcberf\u00e4llen und Raubz\u00fcgen heimischer verarmter Bev\u00f6lkerung und niederer Adel auf Handelswege und \u00fcber den H\u00fcmmling berichtet. Ferner gab es Einf\u00e4lle Friesischer S\u00f6ldner und sp\u00e4ter der Holl\u00e4nder sowie der Tecklenburger von der besetzten Cloppenburg aus. Diese Soldateska versorgte sich durch Pl\u00fcnderung in den D\u00f6rfern. Der Graf der Emslandes Otto von Ravensberg besiegte um das Jahr 1230 in mehreren Schlachten die Raubheere der Friesen. Einer der Schlachten soll in B\u00f6rger, bei den gro\u00dfen Steinen stattgefunden haben und ist als \u201eHahnenkampf\u201c in die Geschichte eingegangen. Die Friesen unterlagen hier den zahlenm\u00e4\u00dfig unterlegenen H\u00fcmmlinger Mannen. Man nannte die Friesen sp\u00f6ttisch \u201eHoahne oder H\u00e4hne\u201c, weil sie lange Federn an den Helmen und Hauben trugen. In einem Bauernhaus in B\u00f6rger (bei Sch\u00fctten (?)) hat es einst ein Bleiglasfenster gegeben, das eine Frau darstellt, die ihrem Manne, der sich zum Kampf auf ein Pferd schwingt einen Krug Bier reicht und ihm r\u00e4t, nicht als Besiegter zur\u00fcckzukommen.<br \/>\nUns\u00e4gliches Leid brachte der 30j\u00e4hrige Krieg \u00fcber die Bev\u00f6lkerung. Umherziehende Soldateska verw\u00fcsteten wiederholt die Orte und die Ernten. Die Bev\u00f6lkerung wurde geknebelt, vergewaltigt, verschleppt und einige sogar erschlagen. Besonders im Mai 1647 als Wahn, Lorup und sechs Orte entlang der Ems verbrannten. Die Bewohner von B\u00f6rger flohen vor den pl\u00fcndernden Soldatenhorden in Moorverstecke. Von der Verschleppung des B\u00f6rger Dorfschulten Albert Dillen wird berichtet. Mit dem Versprechen, das Dorf nicht zu brandschatzen, soll er gegen L\u00f6segeld freigelassen worden sein.<br \/>\nDie Soldateska und die Pest w\u00fctete in dieser Zeit unter der Bev\u00f6lkerung aber auch unter den Soldaten. Durch die Pest, durch Krieg und Viehseuchen verlor unsere Region massiv an Bev\u00f6lkerung. Teile der Bev\u00f6lkerung wurden daraufhin heimatlos. Nichtsesshaftigkeit stieg an. Vagabundentum und Scherenschleifer erhielten Zulauf und standen in schlechtem Ruf. Als besonders schweres Jahr kann man das Pestjahr 1666 ansehen. Hier starben auf dem H\u00fcmmling sehr viele Menschen. Die Pest w\u00fctete seit dem 14. Jahrhundert in immer wiederkehrenden Intervallen auf dem H\u00fcmmling und auch in unserem Heimatdorf. <\/p>\n<p><strong>Die Kirchen<\/strong><br \/>\n\u00dcber eine Kirche oder Kapelle wird zum ersten Mal im Jahre 1523 berichtet, dass in B\u00f6rger die Kapelle ausgebessert wird. Also scheint es vor dem Jahre 1500 schon ein Kirchen- oder Kapellengeb\u00e4ude in B\u00f6rger gegeben zu haben. Bernhard Holtmann spricht vom Jahr 1490. Diese Kirche ist schon dem Heiligen Joist (Jodokus) geweiht gewesen. Eigene Pfarrrechte erhielt man erst im Jahre 1573. Damals residierte der S\u00f6geler Pfarrer Kreyenfanger, der auch f\u00fcr B\u00f6rger zust\u00e4ndig war nicht in S\u00f6gel, sondern lebte im Osnabr\u00fccker Raum. Es ist \u00fcberliefert, das der Sohn des Pfarrers von S\u00f6gel Kreyenfanger im Streit einen Kontrahenten erschlagen hat und er, um dieses zu S\u00fchnen, die Pfarrechte an B\u00f6rger verkaufte. Bis zu diesem Zeitpunkt geh\u00f6rte das Dorf B\u00f6rger zur gro\u00dfen H\u00fcmmlingpfarrei S\u00f6gel. Der Reformator Bonnus f\u00fchrte ab 1538 beg\u00fcnstigt durch den Landesherren die Reformation auf dem H\u00fcmmling ein. Die neue Lehre stie\u00df kaum auf Widerstand, da der \u00dcbergang allm\u00e4hlich geschah und die katholischen Handlungen bei behalten wurden. Offiziell eingef\u00fchrt wurde die lutherische Reformation durch F\u00fcrstbischof Franz von Waldeck 1543. Nach und nach folgten die H\u00fcmmlinger dieser Bewegung und in B\u00f6rger lehrte dann ein evangelischer Prediger, ein ehemaliger Bauer und Soldat, namens Johann Jansen. Das Pfarramt hatte jedoch der katholische Pfarrer in Personalunion f\u00fcr B\u00f6rger und S\u00f6gel inne. Um 1600 war der gesamte H\u00fcmmling evangelisch. 1614 waren wieder einige Bewohner katholisch. 1633 fielen die Schweden unter deutschen Offizieren ein und setzten den Katholiken in Meppen, Hasel\u00fcnne und den D\u00f6rfern des Niederstiftes m\u00e4chtig zu. Das kirchliche Leben lag am Boden und die Geb\u00e4ude waren Ruinen. Im Jahre 1659 wurde notiert, das B\u00f6rger wieder ganz katholisch sei. Bis zum Jahre 1652 hatte B\u00f6rger keinen eigenen Pfarrer, da die Gemeinde ihn wegen wiederholten \u00dcberf\u00e4llen durch Soldateska und herumstreunenden Gruppen nicht ern\u00e4hren konnte. Der erste residierende Pfarrer ist Matth\u00e4us B\u00f6deker. Er wirkte von 1652 bis ungef\u00e4hr 1658. Die alte Eschkirche, in B\u00f6rger auf dem Friedhof wurde mehrfach erweitert. 1804 erfolge ein gro\u00dfer Anbau, da die Bev\u00f6lkerungszahl stieg. Im Jahre 1890 wurde die Kirche abgebrochen, da im Jahre 1858 in der Ortsmitte, im Brink die neue pr\u00e4chtige Sankt-Jodocus-Kirche eingeweiht wurde. <\/p>\n<p><strong>Erbberechtigte und Neubauern, Hollandg\u00e4ngerei<\/strong><br \/>\nDie Gemarkung B\u00f6rger hatte bis zur Absplitterung von Tochtergemeinden Neub\u00f6rger und Breddenberg eine Gr\u00f6\u00dfe von \u00fcber 13.000 Hektar (die gr\u00f6\u00dfte Landgemeinde im K\u00f6nigreich Hannover). Es waren gro\u00dfe Sandb\u00f6den- und Moorgebiete die bis auf dem Esch nur extensiv genutzt werden konnten. Nur kleine Parzellen waren ohne Kunstd\u00fcnger als Acker in Gebrauch. Weidek\u00e4mpe in Orts- und Hofn\u00e4he und der Anbau von Getreide auf dem Esch und auf guten B\u00f6den ern\u00e4hrten die Bev\u00f6lkerung mehr schlecht als Recht. Man betrieb Schafhaltung, Bienenzucht und zur Eigenern\u00e4hrung Milchviehwirtschaft und baute in den Moorgebieten den Buchweizen an. Genutzt wurde die Feldmark in alter Zeit von den Erben, das hei\u00dft den steuerpflichtigen 19 (18) Voll- und Halberben des Dorfes und den dazugeh\u00f6rigen K\u00f6tterbauern und Heuerh\u00f6fen durch Ackerbau, aber vor allem Schafhaltung. Bis zum 16. Jahrhundert besa\u00dfen nur die Besitzer der Erbh\u00f6fe neben der Steuerpflicht, das Recht zur Wirtschaft in der Mark. Ab dem 18. Jahrhundert wurden weitere Rechte zugestanden, zuerst an die K\u00f6tter (vor allem Handwerker wie Schmied, Stellmacher, Tischler, Holzschuhmacher, Schneider, Weber) und dann im 19. Jahrhundert auch an die kleinen Bauern, den so genannten Brinksittern (wirtschaftlich erstarkten Heuerleuten). Die Bev\u00f6lkerung war insgesamt nicht wohlhabend. Es gab oft Jahre, in denen gehungert wurde. Die Jahre 1840 bis 1880 gelten auch als besonders schwierige Zeit. Vor allem die rechtlosen Heuerleute und Tagl\u00f6hner traf der Hunger am schwersten. Sie standen an der untersten Sprosse des Wohlstandes und trugen eine Hauptlast. Der Boden brachte mit viel Arbeit nur sp\u00e4rlichen Ertrag und viele Heuerleute aber auch S\u00f6hne von Kleinbauern und K\u00f6tters\u00f6hne verdienten sich durch die Hollandg\u00e4ngerei Geld hinzu. Sie wanderten im Fr\u00fchling nach der Einsaat des Kornes nach Holland und arbeiteten dort solange, bis die Kornernte zu Hause anstand als M\u00e4her und Torfstecher. Unsagbar schwere Arbeit war dieser Dienst in Holland. Viele Familienv\u00e4ter arbeiteten sich dort sprichw\u00f6rtlich totkrank. Der Begriff &#8222;Totarbeiten&#8220; entstand in dieser Zeit. Auch f\u00fcr die Familie zu Hause war die Abwesenheit des Ern\u00e4hrers \u00fcber Monate, wegen der Hof- und Feldarbeit auf der eigenen Scholle, beschwerlich. Doch auch das Zubrot der Hollandg\u00e4ngerei reichte so manches Mal nicht f\u00fcr ein anst\u00e4ndiges Leben zu Hause. Familien jedoch, dessen Ern\u00e4hrer oder dort mitarbeitende Familienmitglieder in Holland, gesund blieben und die zu Hause die Arbeit durch Ehefrau, Senioren oder Kinder machen konnten, war der wirtschaftliche Aufstieg dadurch verg\u00f6nnt.<\/p>\n<p><strong>Auswanderung <\/strong><br \/>\nDie Auswanderung beginnt nicht mit der massiven \u00dcbersiedlung ab 1840 in die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Einige junge M\u00e4nner und Frauen fr\u00fcherer Generationen wollten f\u00fcr sich ein besseres Leben und sind Aufrufe und Ver\u00f6ffentlichungen gefolgt, die ein gutes Leben im s\u00fcdlichen Russland und die Ukraine und die Krim, im Land der Zarin Katharina der Gro\u00dfen gegangen. Und auch schon im sp\u00e4ten Mittelalter warb das Niederstift M\u00fcnster mit einer Ansiedlung und Land in den Siedlungsgebieten im Osten Deutschlands (Pommern, Ostpreussen), bis nach Litauen hinein. Die Hauptauswanderungswelle aber war die Wanderbewegung nach Amerika, die wohl mit der Hollandg\u00e4ngerei begann. Ein gro\u00dfer Teil der jungen B\u00f6rger Generation verdingte sich in den Sommermonaten als &#8222;Hannekenmaijer oder Kluttenstaeker&#8220; in Holland, um den kargen Lohn der Familie auf dem H\u00fcmmling aufzubessern. Einige blieben dann gleich in Holland und siedelten sich in Holland an. Weitere gingen \u00fcber die gro\u00dfen holl\u00e4ndischen H\u00e4fen in das Traumland der damaligen Jugend, nach Amerika. Eine gro\u00dfe Auswanderungswelle folgte dann ab 1855 \u00fcber die H\u00e4fen Bremen-Bremerhaven aber auch Hamburg und Amsterdam. Durch Briefe der ersten Auswanderer und Zeitungsberichte erfuhr man auf dem H\u00fcmmling von guten Einkommen und einem besseren Leben in dem \u201eLand der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten\u201c. Bis 1880 sind dann viele junge Leute (namentlich sind 185 Personen aus dem Kirchspiel B\u00f6rger bekannt) in einer Art &#8222;Kettenauswanderung&#8220; in die neuen Siedlungsgebiete der USA bei Cincinnati am Ohio-River oder St. Louis am Missouri\/Mississipi ausgewandert. <\/p>\n<p><strong>Neue Orte in der B\u00f6rger Mark<\/strong><br \/>\nIm Jahre 1788 wurden im Nordosten und Nordwesten der Gemarkung B\u00f6rger, ca. 7 Kilometer vom Dorf entfernt per Dekret des F\u00fcrstbistums M\u00fcnster Tochtersiedlungen (Breddenberg, Watberg und Neub\u00f6rger) geplant. Die Moorkolonie am Wattberg in B\u00f6rgerwald kam nicht zustande. Die Siedlungspolitik des Niederstiftes nach Holl\u00e4ndischem Vorbild war f\u00fcr das &#8222;Standesherrliche Amt M\u00fcnster&#8220; eine lukrative Einnahmequelle und Ordnungspolitik. Vorausgegangen waren Dispute zwischen den Erbhofbesitzern und sich ohne Genehmigung ansiedelnde &#8222;Kleine Leuten&#8220; die einen Ort zum Leben suchten. Es waren vor allem abgehende Kinder der B\u00f6rger Bauern, die oft als Hollandg\u00e4nger im Sommer oft in die Fremde gingen, und in der gro\u00dfen B\u00f6rger Feldmark Lebensraum suchten (von Abbrennen der H\u00fctten und Vertreibung durch die B\u00f6rger Feldh\u00fcter im Auftrag der Markgenossen ist die Rede). Einige sind dann nachweislich an die Kan\u00e4le, im gr\u00f6\u00dfer werdenden Papenburg gegangen. Die Arbeit f\u00fcr Neusiedler in der B\u00f6rger Mark aber auch in Papenburg Obenende war schwer. Es entstand der Spruch &#8222;denn Ersten de Doot, denn Twaiden de Noot, denn Dr\u00e4iden dat Brot&#8220;. Die dann ab 1788 rechtlichen siedelnden Neubauern in den Tochtersiedlungen Breddenberg und Neub\u00f6rger leisteten nach 10 freien Jahren, dann ab 1798 hohe Abgabenlasten an den Landesherren, dem Bischof von M\u00fcnster und sp\u00e4ter dem Herzog von Arenberg, aber auch an die B\u00f6rger Erben. Viele konnten nach 10 Jahren harte Arbeit die Lasten nicht tragen. In der Folgezeit verkauften viele Siedler Teile der Plaatzen. Von den 16 ausgewiesenen Hofgrundst\u00fccken in Neub\u00f6rger ist keine einzige in der vollen Gr\u00f6\u00dfe erhalten geblieben. \u00c4hnlich ist es in Breddenberg gewesen. Andere Siedler verkauften und verlie\u00dfen die Hofstellen ganz.<br \/>\nUm 1830 entstanden die B\u00f6rger Eschrandsiedlungen \u201eNordkamp\u201c und \u201eDosfeld\u201c. Der Ort B\u00f6rger verlor an Bev\u00f6lkerung durch Umsiedlung in die Tochtersiedlungen. Die Tochtersiedlungen und auch B\u00f6rger massiv durch Auswanderung. Amerika war Mitte des 19. Jahrhunderts der Traum vieler junger Menschen. Mit Ende der Markenteilung in B\u00f6rger im Jahre 1887 und der Zuteilung von Landbesitz auch an Kleinbauern und dem Aufkommen von Kunstd\u00fcnger verbesserten sich die Lebensverh\u00e4ltnisse. Nach einem fast 40j\u00e4hrigen Prozess wurde gerichtlich entschieden, dass die Mark nicht nur den B\u00f6rger Erben, Halb- und Drittelerben sowie K\u00f6ttern zur Nutzung zustand, sondern auch den 115 Brinksitzer die 10 Jahre hier wohnhaft sind und in B\u00f6rger wirtschafteten. Jetzt setzte eine Verbesserung der Lebensverh\u00e4ltnisse ein. Eine weitere Verbesserung der Lebensverh\u00e4ltnisse begann. Die Wirtschaftskraft stieg an. Nach holl\u00e4ndischem Vorbild wurde im Norden der Gemarkung B\u00f6rger die Torfwirtschaft und die Fehnkultur weiter entwickelt. Hier entstand in 10 Kilometer Entfernung vom Ort im Buntst\u00e4insmoor eine neue Ansiedlung \u201eB\u00f6rgermoor\u201c. Hier baute man den Splittingkanal, der von der Ems n\u00f6rdlich von Papenburg kommend, bis nach B\u00f6rgerwald weiter. Hier am B\u00f6rger Teilst\u00fcck des Splittingkanals gab es Arbeit und Brot in der Torfwirtschaft. In den gleichen Jahren (1879) siedelten Bauern auf dem Wohld, auf dem Heideland vor dem B\u00f6rger Moore, mit den Rechten auf Zuteilung von Land, das sie aus der Markenteilung erhalten hatten. Diese Ortschaft wird \u201eB\u00f6rgerwald\u201c genannt. B\u00f6rger erfuhr in der Jahrhundertwende zu den 1900ern eine Zuwanderung, da viele Hausstellen im Ort frei wurden. Es war die Bl\u00fctezeit des Handwerks in B\u00f6rger, sowie f\u00fcr seinen Siedlungen. B\u00f6rgerwald und B\u00f6rgermoor beantragten Mitte der 1920er Jahre erstmals die Abnabelung von B\u00f6rger. Das gelang in damals nicht. Im Jahre 1934 erreichten die beiden Ortsteil zusammen eine h\u00f6here Einwohnerzahl wie die Sitzgemeinde. Nun war mit Hilfe des NS-Staates der Weg f\u00fcr eine eigene Gemeinde frei. Nach vielen Vorschl\u00e4gen, die man zur Namensgebung einbrachte, wurde der Ort letztendlich Surwold genannt. Surwold hatte damals 1.600 Einwohner, heute fast 5.000. B\u00f6rger hat im Jahre 2020 ca. 3.000 Einwohner, Neub\u00f6rger ca. 1.500 und Breddenberg ca. 900 Einwohner. Somit leben in der Jahrtausendwende \u00fcber 10.000 Einwohner in der ehemaligen B\u00f6rger Mark, oder im alten Kirchspiel B\u00f6rger.<\/p>\n<p>Hermann Ubbenjans<br \/>\nAug. 2004 &#8211; Febr. 2024<\/p>\n<p><strong>Wappen der Gemeinde B\u00f6rger <\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wappen-B\u00f6rger.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wappen-B\u00f6rger-150x150.jpg\" alt=\"Wappen B\u00f6rger\" title=\"Wappen B\u00f6rger\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-869\" \/><\/a>Von Rot \u00fcber Gold geteilt, darin oben in verwechselten Farben ein Bienenkorb zwischen zwei Birkenbl\u00e4ttern, unten ein M\u00fchlstein mit silbernem M\u00fchleisen. Der 854 erstmals \u00fcberlieferte Ortsname bedeutet nach H. Abels, &#8211; Die Ortsnamen des Emslandes, Paderborn 1927, S. 17 f. \u2013 \u201eBirkenh\u00f6he\u201c. Der erste Teil des Ortsnamens wird durch die Birkenbl\u00e4tter anschaulich gemacht. Der Bienenkorb bezieht sich auf die im Heide- und Waldgebiet des H\u00fcmmlings weit verbreitete Bienenzucht. Der M\u00fchlstein erinnert daran, dass B\u00f6rger fr\u00fcher zwei Windm\u00fchlen und eine Wasserm\u00fchle besa\u00df, was mit dem intensiven Roggen- und Buchweizenanbau zusammenhing. Die rot-goldene Schildteilung entspricht dem Wappen der Reichsabtei Corvey, zu deren umfangreichem emsl\u00e4ndischen Besitz B\u00f6rger bis zum 13. Jahrhundert geh\u00f6rte. Die Farben Rot und Gold sind zugleich die des F\u00fcrstbistums M\u00fcnster, das als Nachfolger Corveys bis zum Ende des alten Reiches 1803 die Landesherrschaft innehatte. <\/p>\n<p>Entwurf und Ausf\u00fchrung: Dr. Ulf-Dietrich Korn, M\u00fcnster, 1988<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dorfleben seit \u00fcber 1000 Jahren <\/p>\n<p><p id=\"caption-attachment-1016\" class=\"wp-caption-text\">Von Reinhard Rolfes, Hans Geers und Hermann Ubbenjans<\/p>\n<p> Aus der Fr\u00fchgeschichte Nordeurop\u00e4ische Germannen, die ein paar hundert Jahre vor der Zeitenwende sesshaft wurden, werden wohl an den Eschen des H\u00fcmmling, so auch in B\u00f6rger gesiedelt haben. Vorher waren wohl an mehreren Stellen Jagdlager vorhanden. Dieses belegen Fundstellen, [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-2904","page","type-page","status-publish","hentry","odd"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2904"}],"version-history":[{"count":115,"href":"https:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2904\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13909,"href":"https:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2904\/revisions\/13909"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}