{"id":807,"date":"2010-02-03T13:28:29","date_gmt":"2010-02-03T12:28:29","guid":{"rendered":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=807"},"modified":"2010-02-11T10:02:31","modified_gmt":"2010-02-11T09:02:31","slug":"wandertour-des-hv-ii","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=807","title":{"rendered":"Wanderweg II"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wanderweg II \u2013 Dorf, Westerberg, Wacholderhain und Steenhus<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber die Neub\u00f6rger Stra\u00dfe kommen wir durch den alten Westerbrink. Oberhalb des Brinkes (s\u00fcdlich) befindet sich der \u00e4ltere Teil des Dorfes. N\u00f6rdlich siedelte die j\u00fcngere Bauernschicht. Unser Weg f\u00fchrt uns weiter in die Bergstra\u00dfe mit dem ersten Anlaufpunkt nach nur 500 Metern, dem Vogelberg (Punkt 1). Auf diesem H\u00fcgel befinden sich Reste eines Gro\u00dfsteingrabes. Es sind noch 5 Tr\u00e4gersteine und 1 Deckstein vorhanden. Ein Stein liegt westlich ca. 20 Schritte entfernt im Erdreich. Dieser Stein bildete wohl das westliche Grabende. Vom ovalen Steinkranz der sicher fr\u00fcher einmal als Begrenzung um die gesamte Anlage zog, ist gar nichts mehr erhalten. Durch Sandentnahme ist der s\u00fcdliche Bereich der Anlage abgetragen worden. In diesen Megalithgr\u00e4bern bestatteten die auf dem H\u00fcmmling lebenden fr\u00fchgermanischen V\u00f6lker ihre Toten. \u00dcberall verstreut Niedersachsen sowie in ganz Nordeuropa findet man diese Zeugen der Urbev\u00f6lkerung. Siehe dazu auch \u2013 <a href=\"http:\/\/www.www.stonepages.de\">STEINDENKMALE<\/a> &#8211;  Diese Steingr\u00e4ber wurden Mitte des 19. Jahrhunderts gr\u00f6\u00dftenteils geschleift d. h. zerschlagen und abgetragen und als Baumaterial benutzt. Wenige Gr\u00e4ber sind noch vorhanden, so auch diese teilweise zerst\u00f6rte Grabanlage auf dem Vogelberg in B\u00f6rger. 1860 z\u00e4hlte man auf dem H\u00fcmmling noch 90 Gr\u00e4ber, heute sind noch 17 Gr\u00e4ber vorhanden. Eine ersch\u00fctternde Bilanz. Spuren von Sprengl\u00f6chern an den Steinen &#8211; wie auch hier zu sehen &#8211; und der abgetragene Erdmantel beweisen den Raubbau an diesen historischen St\u00e4tten. Im Verlauf dieser Wanderung besichtigen wir noch weitere Steingr\u00e4ber in B\u00f6rger. Im hinteren Teil dieser Anh\u00f6he ist eine alte Buche zu sehen. Sie ist nachweislich \u00fcber 500 Jahre alt. Sie verf\u00e4llt und wird wohl in ein paar Jahren verrottet sein. Im Volksmund hei\u00dft dieser Baum Vogelbaum, da hier in vergangenen Zeiten bei Volksfesten der beste Sch\u00fctze zum Sch\u00fctzenk\u00f6nig des Ortes gek\u00fcrt wurde. Man musste mit einer Flinte oder der Armbrust einen Adler, der in diesem Baum befestigt war, herunter schie\u00dfen. 300 Meter entfernt auf der anderen Stra\u00dfenseite liegt ein weiteres Denkmal. (Punkt 2).<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wanderweg-2fertig-241x300.jpg\" alt=\"Wanderweg - Dorf, Westerberg und Wacholderhain\" title=\"Wanderweg - Dorf, Westerberg und Wacholderhain\" width=\"241\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1044\" srcset=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wanderweg-2fertig-241x300.jpg 241w, http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wanderweg-2fertig-825x1024.jpg 825w\" sizes=\"auto, (max-width: 241px) 100vw, 241px\" \/>Hier liegt ein Monument, um das sich viele Geschichten ranken. Er wird \u201eOpferstein\u201c genannt. W\u00e4hrend die Steingr\u00e4ber anerkannte Naturdenkmale sind, hat dieser Stein nur einen gleichgestellten Status, da sein Zweck nicht genau bekannt ist. Der \u00dcberlieferung nach sollen hier heidnische St\u00e4mme der so genannten Trichterbecherkultur, aber auch die fr\u00fchen Germanenst\u00e4mme, ihren G\u00f6ttern Opfergaben dargebracht haben. Getreideopfer und Ertr\u00e4ge der Jagd sind als Opfergaben bekannt. Eine \u00dcberlieferung besagt, dass man um die Nordischen G\u00f6tter gn\u00e4dig zu stimmen, bei Zeiten Tieropfer, an h\u00f6chsten Festtagen sogar Pferde opferte, deren K\u00f6pfe man dann als Beschwichtigungszeichen auf die H\u00e4userstangen aufspie\u00dfte. Heute finden wir an alten Bauernh\u00e4usern in Nordeuropa noch \u00dcberbleibsel dieses Glaubens, in Form von h\u00f6lzernen Pferdek\u00f6pfen oberhalb der Giebel. An langen Winterabenden am Herdfeuer entstanden fr\u00fcher unz\u00e4hlige \u201eD\u00f6ntkes\u201c und \u201eVert\u00e4lsel\u201c \u00fcber den Opferstein. Eine \u00fcberlieferte Geschichte wollen wir hier wiedergeben. \u2013 <\/p>\n<p>-Einst lebten hier die Ureinwohner, die so genannten H\u00fcnen, die in den tiefen Buchenw\u00e4ldern des H\u00fcmmling in H\u00f6hlen hausten. Die H\u00fcnen waren von gewaltiger K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und sie besa\u00dfen ungeheure Kr\u00e4fte. Sie lebten von der Jagd, denn die W\u00e4lder und Moore wiesen gro\u00dfen Wildreichtum auf. Rehe, Hirsche, Wildschweine, ja sogar B\u00e4ren wohnten darin. Die Fl\u00fcsse waren fischreich. Allj\u00e4hrlich trafen sich die H\u00fcnen zu einer gro\u00dfen Jagdfeier. Gemeinsam gingen sie dann tagelang auf die Jagd. Wenn dann die Jagdtage beendet waren, gab es ein gro\u00dfes Gelage. Kraftproben wurden ausgefochten und manch \u00fcberm\u00fctiges Spiel veranstaltet. Sehr beliebt war das Steinkegeln. Von einem hohen Berg schleuderten die H\u00fcnen gewaltige Steinbl\u00f6cke in weit entfernte T\u00e4ler, wo kegelf\u00f6rmig mehrere Steine aufgeschichtet waren. Sieger war derjenige, der es verstand mit einem gewaltigen Wurf diese Steinhaufen zu zerst\u00f6ren. Unter den Steinen, die von einem Berg ins Tal geschleudert werden sollten, war einer von solcher Gr\u00f6\u00dfe und Schwere, dass nur der St\u00e4rkste unter den H\u00fcnen sich stark genug glaubte mit gewaltigem Schwung den Stein in das weit entfernte Tal schleudern zu k\u00f6nnen. Und wirklich mit gr\u00f6\u00dfter Kraftanstrengung gelang es dem H\u00fcnen unter den H\u00fcnen, den Block in hohem Bogen von sich zu sto\u00dfen. Und weiter hei\u00dft es in der Sage, dass in B\u00f6rger damals schon ein Haus mit einem schornstein\u00e4hnlichen Gebilde stand. Und der von dem H\u00fcnen geschleuderte Steinblock habe den Schornstein dieses Geb\u00e4udes gestreift und sei mit gewaltigem Krachen in einem Tal dahinter niedergest\u00fcrzt. Dies sahen die H\u00fcnen als Willensbekundung ihrer G\u00f6tter an und nutzten diesen Stein und diesen Platz fortan als Opferst\u00e4tte, bis die Boten des Christentums zu ihnen kamen und sie bekehrten. <\/p>\n<p>Der Opferstein liegt in einem alten Urstromtal welche sich von der Dever (Fl\u00fcsschen im Westen von B\u00f6rger) bis hin zum Fl\u00fcsschen Ohe im Osten von B\u00f6rger erstreckt. Die Eiszeit hat diesen Findling und auch das Baumaterial der H\u00fcnengr\u00e4ber hier liegen lassen, denn hier war lange eine Endmor\u00e4ne der letzten gro\u00dfen Eiszeit. Der weitere Weg f\u00fchrt uns \u00fcber einen alten Flurweg, der so genannten \u201eKoutraoe\u201c. Dieser Weg wurde f\u00fcr den Austrieb der Rinder in die Moorgebiete genutzt. Die Kuhjungen oder die Bauernknechte trieben morgens die Rinder zusammen und brachten sie in die Moorgebiete. Dort h\u00fcteten sie die Rinder bis zum Sonnenuntergang. Entlang dem \u201eR\u00fcskenfehn\u201c f\u00fchrt der Weg durch ein Grobkieferngeh\u00f6lz, der auf dem mageren Sandboden des Westerberges w\u00e4chst. Wanderer in fr\u00fcheren Jahrhunderten haben den H\u00fcmmling \u201eF\u00fc\u00fcrsteenland\u201c genannt. Denn \u00fcberall findet man Spuren aus der Vorzeit, in Form von bearbeiteten Steinen, vor allem dem Feuerstein. (Punkt 3). Vielleicht findet der ein oder andere noch einen behauenen Feuerstein am Wegesrand. Der Weg f\u00fchrt weiter zum Schafstall (Punkt 4) am Wacholderhain, den wir links liegen lassen und zu einem besonderen Punkt aufbrechen.<\/p>\n<p>Mitten im Wald liegt ein Kleinod zum Verweilen. Diese Anlage wurde im Fr\u00fchjahr 1996 von einem  Mitb\u00fcrger errichtet. (Punkt 5). Eine Laune der Natur sorgte daf\u00fcr, dass  Eichenst\u00e4mme zusammenwuchsen. Wir wandern weiter durch einen Kn\u00fcppeleichenwald zum Wacholderhain. Genie\u00dfen Sie diese reizvolle Landschaft, die sich mit ihrer schlichten Sch\u00f6nheit nicht aufdr\u00e4ngt. Der Name Wacholder kommt vom Althochdeutschen Wachal, was \u201elebensfrisch\u201c bedeutet. Mithin ist der Wacholder ein lebensfrischer, d.h. ein immergr\u00fcner Strauch oder Baum. In der Volksmedizin spielte die Wacholderbeere eine gro\u00dfe Rolle. Aus ihr wurde ein Antiseptikum hergestellt, das unter anderem im sp\u00e4ten Mittelalter f\u00fcr die Reinigung von Pesth\u00e4usern verwendet wurde. Auch als Gew\u00fcrz und zur Veredelung von Schn\u00e4psen fand der Wacholder Verwendung. Das Holz des Wacholderstrauches wurde fr\u00fcher als unechter Weihrauch gehandelt. Es verbreitet einen wohltuenden Duft. Das Wacholderholz wurde bis in das 20. Jahrhundert hinein f\u00fcr die R\u00e4ucherung von Fleisch verwendet und man brachte Wacholder bei festlichen Anl\u00e4ssen zur Ausschm\u00fcckung in die H\u00e4user und Kirche. Der damit verbundene Raubbau an diesen Gew\u00e4chsen in Norddeutschland bewirkte, dass noch intakte Wacholderbest\u00e4nde mit einem Pflanzenschutzgesetz vom 10.03.1933 unter Schutz gestellt wurden (Punkt 6). Es geht es weiter zum alten Schafstall am \u201eHoltkoabenwech\u201c (Punkt 4). Dieser alte Schafstall ist von Mitgliedern des Heimatvereines B\u00f6rger e.V. letztmalig im Jahre 1996 mit Hilfe der Gemeinde B\u00f6rger und des Landkreises Emsland wieder instand gesetzt worden. Am Windelberg befanden sich fr\u00fcher viele Schafst\u00e4lle. Hier hinter den Wehsanden des Westerberges und vor den Moorgebieten im Norden wurde fr\u00fcher die Schafhaltung intensiv betrieben und viele Bauern aus B\u00f6rger hatten hier ihre Herden in \u201eSchafbaue\u201c untergebracht. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts verdr\u00e4ngte die Ackerlandwirtschaft die Schafherden. Ubben Schaftstall ist ein Relikt aus l\u00e4ngst vergangener Zeit. Er ist am 14. August 1898 durch einen Blitzeinschlag in Brand geraten und brannte ab. 200 Schafe kamen in den Flammen um. Wiedererrichtet \u00fcberdauerte er die Zeit.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf des Weges kommt man an das Kolpingskreuz (Punkt 7). Diese Anlage wurde im Jahre 1981 von den Kolpingfamilien aus Neub\u00f6rger, B\u00f6rgerwald und B\u00f6rger gemeinschaftlich im Grenzdreieck der Kirchengemeinden errichtet. J\u00e4hrlich finden hier Gottesdienste statt. An dieser markanten Wegkreuzung findet man zu jeder Zeit Naturfreunde, die hier rasten. Hier finden sich auch Schutzh\u00fctten, in denen man sich bei weniger gutem Wetter unterstellen kann. Unser Weg geht wieder in die \u201eWesterndannen\u201c \u00fcber den \u201eHoltkoabenweg\u201c oder nach Wahl \u201eden Pastorsweg\u201c zum Steindenkmal \u201eSteenhus\u201c. <\/p>\n<p>Genie\u00dfen Sie den Kr\u00fcppelkiefernwald auf steinigem, magerem Boden. Die Heide, einst landschaftspr\u00e4gend, gewinnt hier wieder Lebensraum in den Waldschneisen. Im Sp\u00e4tsommer und Herbst findet man hier viele Beeren und Pilze. Der Holzbestand auf dem Westerberg sch\u00fctzt den Boden vor Erosionen und hat hier eine klimatische Funktion. An Holzertrag ist hier nur bedingt zu denken. Uns dient er als hervorragendes Erholungsrefugium. Am Punkt 8 befinden sich Reste alter H\u00fcgelgr\u00e4ber. Insgesamt 3 H\u00fcgel kann man noch erkennen.<\/p>\n<p>Am Jugendg\u00e4stehaus in B\u00f6rger wollen wir eine kurze Rast machen. (Punkt 10). Dieses Haus wurde als Jugendherberge im Jahre 1939 erbaut und wird seit Jahrzehnten von Schulklassen, Jugendgruppen aber auch von Wanderern und Naturfreunden als Unterkunft genutzt. Infos gibt es im Internet unter &#8211; <a href=\"http:\/\/www.jugendgaestehaus-boerger.de\">JUGENDG\u00c4STEHAUS<\/a> -. Hinter der Jugendherberge liegt ein fast vollst\u00e4ndig erhaltenes Steingrab, das so genannte \u201eSteenhus von B\u00f6rger\u201c. Von ehemals 11 Decksteinen (Dolmen) sind noch 9 erhalten. Die ovale Begrenzung dieser Grabanlage die den Erdh\u00fcgel \u00fcber diesem Grab begrenzte, ist nur noch in Ans\u00e4tzen erkennbar. Eine Informationstafel gibt Auskunft \u00fcber die Anlage und die Geschichte dieser Gr\u00e4ber. In der Ortschaft B\u00f6rger befinden sich insgesamt drei Gro\u00dfsteingr\u00e4ber. (Das Steenhus am Jugendg\u00e4stehaus, das Teenhus am Broam am Sonnenh\u00fcgel und das Grab auf dem Vogelberg an der Bergstra\u00dfe. Das so genannte \u201eSteenhus am Broam\u201c Punkt 11) ist im 18. und 19. Jahrhundert genauso wie das Grab auf dem Vogelberg gr\u00f6\u00dftenteils zerst\u00f6rt worden. Von ehemals 9 Decksteinen die diese Grabkammer bildeten sind 4 Dolmen und 11 Tr\u00e4gersteine vorhanden. Grabbeigaben wie Bernstein, Gagat, Waffenresten oder Keramiken aller Art der Trichterbecherkultur sind l\u00e4ngst gepl\u00fcndert und nicht mehr vorhanden. <\/p>\n<p>Von hier aus sind es nur ein paar Hundert Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderstrecke, dem Zentrum von B\u00f6rger. Sollte der komplette Wanderweg zu anstrengend sein, kann man eine Abk\u00fcrzung w\u00e4hlen (siehe Karte).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wanderweg II \u2013 Dorf, Westerberg, Wacholderhain und Steenhus<\/p>\n<p>\u00dcber die Neub\u00f6rger Stra\u00dfe kommen wir durch den alten Westerbrink. Oberhalb des Brinkes (s\u00fcdlich) befindet sich der \u00e4ltere Teil des Dorfes. 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