{"id":786,"date":"2010-02-01T10:51:50","date_gmt":"2010-02-01T09:51:50","guid":{"rendered":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=786"},"modified":"2010-02-11T09:52:58","modified_gmt":"2010-02-11T08:52:58","slug":"wanderwegfuhrer","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=786","title":{"rendered":"Wanderweg I"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wanderweg I &#8211;  Esch, Busch, Hedwigenwald und Suurd<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir den Wanderweg gegen den Urzeigersinn angehen, haben wir am Anfang der Wanderung zur Linken das Altdorf mit den Beerbtenh\u00f6fen\/Urhofstellen (Punkt I) Auf der rechten Seite (im Norden) ist das j\u00fcngere Dorf. Die Neub\u00f6rgerstra\u00dfe mit dem Westbrink und ihre Verl\u00e4ngerung nach Osten, (die Hauptstra\u00dfe und Kirchstra\u00dfe bis hin zum Osterbrink), war noch bis in das 16. Jahrhundert hinein der Dorfrand nach Norden hin, der so genannten Brink. Hier sind noch Reste des alten B\u00f6rger Brinkes zu erkennen, der fr\u00fcher den Dorfrand darstellte. Der Brink sch\u00fctzte das Dorf vor den rauen Nordwestwinden und diente zur Holzentnahme f\u00fcr das Eichenst\u00e4nderwerk des H\u00fcmmling-hauses. Hinter dem Brink (hier n\u00f6rdlich der Neub\u00f6rger Stra\u00dfe) siedelte ab dem 16. Jahrhundert die j\u00fcngere Bauernschicht. Es waren vorrangig die abgehenden Bauerns\u00f6hne der Alth\u00f6fe, die zuerst als Heuerleute und sp\u00e4ter als selbst\u00e4ndige Bauern (Brinksitzer) arbeiteten. Sie sind die j\u00fcngere Einwohnerschicht und hatten bis Mitte des 19. Jahrhunderts keine Eigentumsrechte an der Mark. Diese Dorferweiterung setzt sich bis in unsere Tage fort. Hinter den \u201ealten Brinksitzern\u201c haben ab dem Jahr 1800 wiederum die j\u00fcngere Einwohnerschichten gesiedelt, die sogenannten \u201eneuen Brinksitzer\u201c und dahinter entstanden dann die heutigen Siedlungen. Ungef\u00e4hr an dieser Stelle war fr\u00fchrer eine alte Brunnenanlage. Sie wurde vor einigen Jahren von den Anwohnern mit Hilfe des Heimatvereines B\u00f6rger e.V. neu aufgebaut. Der inner\u00f6rtliche Baumbestand und die Reste der B\u00f6rger Brinke sind sch\u00fctzensw\u00fcrdig. Jedem B\u00fcrger sollte es ein Anliegen sein, dieses pr\u00e4gende Dorfelement zu erhalten. Jede Baumentnahme im Ort bewirkt ein Aush\u00f6hlen der alten Dorfstruktur, die man auf dem abgedruckten Foto (Vorseite) aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts erkennen kann. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wanderweg-1fertig-250x300.jpg\" alt=\"Wanderweg Esch, Busch und Hedwigenwald\" title=\"Wanderweg Esch, Busch und Hedwigenwald\" width=\"250\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1041\" srcset=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wanderweg-1fertig-250x300.jpg 250w, http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wanderweg-1fertig-855x1024.jpg 855w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Wenn wir weiter gehen erreichen wir kurz vor dem Dorfausgang alte Wallanlagen, die die H\u00f6fe einfrieden. Der Hofraum war in alter Zeit mit einem Kn\u00fcppelholzzaun umgeben, der mit trockenem Astholz j\u00e4hrlich ausgebessert wurde. Diese Z\u00e4une mussten auf Anweisung des K\u00f6nigs Georg von Hannover im Jahre 1814 durch einen Steinwall oder eine lebenden Hecke ersetzt werden. Eng zusammenstehende H\u00e4user mit Stroheindeckung, getrennt von Holzz\u00e4unen, stellten eine hohe Brandgefahr dar. Einige Hofstellen in B\u00f6rger haben daraufhin einen Steinwall errichtet wie wir an beiden Seiten erkennbar. Andere Bauern pflanzten lebende Hecken. Es gab und gibt auch Mischformen. Hecken und Haaken sch\u00fctzten den Esch vor den im Brink laufenden Hausschweinen. <\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber Eschwege den Ort verlassen hat man einen sehr sch\u00f6nen Blick \u00fcber den Esch ins Westdorf (Punkt 2), auf den Nordkamp und Dosfeld. Der Name \u201eEsch\u201c kommt aus der alts\u00e4chsischen Sprachfamilie und bedeutet \u201eBrotland\u201c. Hier wurde der Roggen angebaut, der zu Schwarzbrot verarbeitet wurde. In alten Schriften wird der H\u00fcmmling als das Land des ewigen Roggenanbaus bezeichnet. Die Bauern pflegten und h\u00fcteten den Esch, denn hier war die Grundlage ihrer b\u00e4uerlichen Existenz. Der Eschboden war bis zur Markenteilung, vollst\u00e4ndig in Besitz der Althofbesitzer (Erbh\u00f6fe). An einigen Stellen im Esch haben Forscher eine \u00fcber zwei Meter m\u00e4chtige Humusschicht gefunden. Um diese M\u00e4chtigkeit des Mutterbodens zu erreichen sind \u00fcber 1000 Jahre Ackerbau notwendig. Wie seit Jahrhunderten ist der Esch der Landwirtschaft vorbehalten, das ist auch heute noch so. In dem Eichenw\u00e4ldchen oberhalb des Esches auf dem H\u00f6henzug von 60 Metern \u00fcber N.N., vermutet man eine altgermanische Richt- oder Thingst\u00e4tte. Kurz vor der S\u00f6geler Stra\u00dfe sieht man die zweith\u00f6chste Erhebung des H\u00fcmmlings. Nach dem Windberg, der nur 3 Kilometer weiter s\u00fcdlich liegt, ist der Sunderberg oder \u201eS\u00fcnne-Barch\u201c die h\u00f6chste freiliegende H\u00f6he des H\u00fcmmlings mit 65,90 Meter \u00fcber N.N. (Punkt 3). Auf dieser H\u00f6he befand sich bis in die 1850er Jahre ein Gro\u00dfsteingrab. In den 1930er Jahren errichtete man hier einen Feuerwachturm, der bis Mitte der 60er Jahre im Sommer mit einer Feuerwache besetzt war, um Wald- und Fl\u00e4chenbr\u00e4nde schnell zu orten. Oberhalb der Landstra\u00dfe, die von S\u00f6gel nach Papenburg f\u00fchrt, befindet sich an dieser Stelle ein \u201eHilligh\u00fcsken\u201c. Es ist eines von Dreien, die den Esch flankieren und die in fr\u00fcheren Jahren als Anlaufstellen f\u00fcr Prozessionen dienten.<\/p>\n<p>Wenn man den Wanderweg folgt gelangt man zu \u201eUbben Kr\u00fc\u00df\u201c (Punkt 4). Dort hat man einen sehr sch\u00f6nen Blick auf B\u00f6rger. Das Dorf B\u00f6rger f\u00fchrt seinen Ursprung auf Karl den Gro\u00dfen zur\u00fcck, so wird es in Chroniken abgedruckt. Im Jahre 854 soll es erstmalig erw\u00e4hnt sein (deshalb feierte man im Jahre 2004 \u201e1150 Jahre B\u00f6rger\u201c. 1070 wird es dann eindeutig in Urkunden des Klosters Corvey Burgiri\u201c oder \u201eB\u00fcrgeren\u201c \u201ezum Kirchspiel Sogelen geh\u00f6rig\u201c genannt. Eine andere \u00dcberlieferung spricht von einer Ansiedllung von Friesen um das Jahr 783. Diese Friesen sollen als Grabwache bei ihrem im Kampf gegen Kaiser Karl, gefallenen K\u00f6nig \u201eSuerbold\u201c oder \u201eSurwold\u201c geblieben sein, als er an der Grenze zu seinem Friesenreich, in B\u00f6rger beigesetzt worden. Diese Ehrenwach am Grab Surwolds sollen mit Freibrief von Karl dem Gro\u00dfen als freie B\u00fcrger (B\u00f6rger) des Sachsenlandes ans\u00e4ssig geworden sein, so erz\u00e4hlt man sich. Eine dritte \u00dcberlieferung \u00fcber den Ursprung des Dorfes berichtet von einem Wehrdorf bestehend aus 16 Sachser-H\u00fctten, welches zum Schutz des Sachsenlandes an der Grenze zu Ostfriesland errichtet ist. Die Sachsen siedelten ab dem Jahre 400 auf dem H\u00fcmmling. Der H\u00fcmmling wurde bis in die Zeit Karls, des Gro\u00dfen, von den Sachsen aber auch von Friesen als Siedlungsland beansprucht. Im weiteren Verlauf der Wanderung erreicht man eine markante Stelle hinter dem Esch. Hinter der \u201eHemst\u00e4e\u201c ist eine Gebetsst\u00e4tte einer B\u00f6rger Nachbarschaftsgemeinschaft. &#8211; <\/p>\n<p>Schon vor Christi Geburt haben in der B\u00f6rger Mark Menschen gesiedelt, wie Grabanlagen beweisen. S\u00fcdlich des Esches, befand sich einmal ein Grabh\u00fcgelfeld aus der Jungsteinzeit. Diese Stelle wird heute noch \u201eHemst\u00e4e\u201c genannt. (Punkt 3). An dieser Hanglage bestatteten J\u00e4ger und Sammler vor 3 &#8211; 4000 Jahren ihre Toten. Weitere Grabh\u00fcgel, sind in der gesamten B\u00f6rger Mark verstreut zu finden und entstammen der so genannten Schnurbecherkultur, die zeitlich nach der Trichterbecherkultur (Steingrabbestattung) durch Einwanderung von Volksgruppen aus dem S\u00fcdosten (Streitaxtkultur) entstand. Sp\u00e4ter sprach man von ihnen als Germanen. <\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf der Wanderung geht es \u00fcber ein kleines Naturschutzgebiet (Punkt 6) an der s\u00fcdlichen Grenze der B\u00f6rger Mark zum Hedwigenwald. Die B\u00f6rger Mark war vor 200 Jahren mit 15000 Hektar die fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfte Gemeinde im ehemaligen K\u00f6nigreich Hannover und umfasste das Gebiet der Altsiedlung B\u00f6rger, der Neusiedlungen Neub\u00f6rger (1788), Breddenberg (1788), B\u00f6rgerwald (ab 1875), B\u00f6rgermoor (ab 1875) sowie Teile von Neulehe. Heute sind die Tochtergemeinden selbst\u00e4ndig bzw. geh\u00f6ren zu einem anderen Gemeindeverband. Die Gemeinde B\u00f6rger hat heute noch eine Fl\u00e4che von \u00fcber 5500 Hektar. Hier leben heute ca. 3000 Einwohner. Im Mittelalter war das B\u00f6rger Geestgebiet mit m\u00e4chtigen Mischlaubw\u00e4ldern bewaldet. Ab dem sechzehnten Jahrhundert nahm die Einwohnerzahl auf dem H\u00fcmmling stark zu und die Schafhaltung wurde auf den kargen B\u00f6den intensiviert. Die Heidschnucken dr\u00e4ngten durch Verbiss der Vegetation den Wald immer weiter zur\u00fcck, so dass immer gr\u00f6\u00dfere Teile des Waldes ver\u00f6deten und zur Heidesteppe wurden. Hier \u00fcberleben dann nur noch der Wacholder sowie gr\u00f6\u00dfere Kr\u00fcppeleichen und Buchen. Reste sind als Naturschutzgebiete erhalten. Seit 1933 steht das Heidegebiet \u201eB\u00f6rger Busch\u201c unter Naturschutz. Entlang der B\u00f6rger \/ Werpeloher Grenze geht es in den Hedwigenwald. Linksseitig des Wanderweges an markanter Stelle findet man alte Grenzsteine  (Punkt 7 ) der Markengrenze Spahn \/ Werpeloh \/ B\u00f6rger. Der Hedwigenwald ist ein altes Jagdrevier. Fr\u00fcher war es in Eigentum des Kurf\u00fcrsten Clemens-August von K\u00f6ln, der von Jagdschlo\u00df Clemenswerth aus hochherrschaftlichen Jagden auf dem H\u00fcmmling unternahm. Sp\u00e4ter \u00fcbernahm Herzog Arenberg diese L\u00e4ndereien, heute bewirtschaftet die Arenbergische Forstverwaltung die W\u00e4lder. Der Wald ist nach der Gattin des 1. Herzoges, Hedwig von Arenberg genannt. Am Punkt 8 ist ein Gedenkstein vorhanden. Versteckt unter B\u00e4umen, findet man Kleinode. Ein Abstecker lohnt sich. Ein Umweg f\u00fchrt zu einem Seerosenteich  (Punkt 9) der mitten im der kargen Heidesandwald liegt.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg gelangt man durch einen der \u00e4ltesten W\u00e4lder auf dem H\u00fcmmling, die Surr-Dannen. Diese Aufforstung aus dem Jahre 1805 ist die erste gro\u00dfe Aufforstung, die der Herzog von Arenberg in die Wege leitete um Flugsande und D\u00fcnen zu bek\u00e4mpfen. Durch \u00dcberweidung mit Schafen war diese Flur als Acker oder Weide unbrauchbar geworden. Genie\u00dfen Sie die gediegene karge Waldlandschaft mit herrlichen Wanderwegen. Abseits, versteckt unter 150j\u00e4hrigen Kiefern ist eine kleine Gebetsst\u00e4tte (Punkt 10). Am Waldausgang erreichen wir den Osteresch von B\u00f6rger. Hier k\u00f6nnen wir noch einmal die Einfriedung einer Hofstelle mit gro\u00dfen Flinten (Feldsteinen dieser Region) sehen. Diese Hofstelle bildet nachweislich bis ins 14. Jahrhundert zur\u00fcck den Dorfrand. Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum Heimathaus B\u00f6rger. Dieses liegt unter den Eichen des Riegenbrinkes eingefasst von zwei Dorfteichen das Heimathaus B\u00f6rger (Punkt 12) an den Teichen des Riegen.  <\/p>\n<p>Dann nach ein paar Hundert Metern erreicht man wieder die Dorfmitte in B\u00f6rger. Wenn man die Wegstrecke nicht komplett erwandern m\u00f6chte, ist eine Abk\u00fcrzung m\u00f6glich (siehe Karte).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wanderweg I &#8211; Esch, Busch, Hedwigenwald und Suurd<\/p>\n<p>Wenn wir den Wanderweg gegen den Urzeigersinn angehen, haben wir am Anfang der Wanderung zur Linken das Altdorf mit den Beerbtenh\u00f6fen\/Urhofstellen (Punkt I) Auf der rechten Seite (im Norden) ist das j\u00fcngere Dorf. 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