{"id":3963,"date":"2014-09-08T08:13:39","date_gmt":"2014-09-08T06:13:39","guid":{"rendered":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=3963"},"modified":"2016-01-27T15:18:17","modified_gmt":"2016-01-27T14:18:17","slug":"fbs-gedichte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=3963","title":{"rendered":"Gedichte und Ges\u00e4nge"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Moorsoldaten<\/strong><br \/>\nDas Lied ist in unserer Heimat, im Konzentrationslager B\u00f6rgermoor entstanden und fand Aufnahme im Liederbuch des Freien Begegnungsschachtes (FBS), einer Gruppe freireisender Handwerksgesellen in Deutschland. Texter des Liedes waren der Bergmann Johann Esser und der Schauspieler und Regisseur Wolfgang Langhoff, die Musik stammt von dem kaufm\u00e4nnischen Angestellten Rudi Goguel. Das Lied wurde am 27. August 1933 bei einer Veranstaltung namens Zirkus Konzentrazani von 16 H\u00e4ftlingen, \u00fcberwiegend ehemaligen Mitgliedern des Solinger Arbeitergesangvereins aufgef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Rudi Goguel sagte sp\u00e4ter: Die sechzehn S\u00e4nger, marschierten in ihren gr\u00fcnen Polizeiuniformen (unsere damalige H\u00e4ftlingskleidung) mit geschulterten Spaten in die Arena, ich selbst an der Spitze in blauem Trainingsanzug mit einem abgebrochenen Spatenstiel als Taktstock. Wir sangen, und bereits bei der zweiten Strophe begannen die fast 1000 Gefangenen den Refrain mitzusummen. &#8230; Von Strophe zu Strophe steigerte sich der Refrain, und bei der letzten Strophe sangen auch die SS-Leute, die mit ihren Kommandanten erschienen waren, eintr\u00e4chtig mit uns mit, offenbar, weil sie sich selbst als   \u201aMoorsoldaten\u2018 angesprochen f\u00fchlten. Bei den Worten \u201a\u2026 Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit den Spaten ins Moor\u2018 stie\u00dfen die sechzehn S\u00e4nger die Spaten in den Sand und marschierten aus der Arena, die Spaten zur\u00fccklassend, die nun, in der Moorerde steckend, als Grabkreuze wirkten.\u201c Zwei Tage nach der ersten Auff\u00fchrung wurde das Lied von der Lagerleitung verboten. Trotzdem war es das Wachpersonal des Lagers (wohl Blaue = Zivilangestellte), das wiederholt verlangten, dass das Lied von den H\u00e4ftlingen auf ihren M\u00e4rschen zum Arbeitsplatz gesungen wurde. \u00dcber ehemalige Zwangsinternierte und auch Wachmannschaften gelangte das Lied in die \u00d6ffentlichkeit und wurde zum Mythos der Emslandlager und unserer Region.<\/p>\n<p>Wohin auch das Auge blicket, Moor und Heide nur ringsum.<br \/>\nVogelgesang uns nicht erquicket, Eichen stehen kahl und krumm.<br \/>\n : Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! :<br \/>\n2. Hier in dieser \u00f6den Heide ist das Lager aufgebaut, wo wir fern von jeder Freude hinter Stacheldraht verstaut.<br \/>\n: Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! :<br \/>\n3. Morgens ziehen die Kolonnen in das Moor zu Arbeit hin, graben bei dem Brand der Sonne, doch zur Heimat steht der Sinn.<br \/>\n: Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! :<br \/>\n4. Heimw\u00e4rts, heimw\u00e4rts jeder sehnet, zu den Eltern, Weib und Kind. Manche Brust ein Seufzer dehnet, weil wir hier gefangen sind.<br \/>\n: Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! :<br \/>\n5. Auf und nieder gehn die Posten, keiner, keiner kann hindurch, Flucht w\u00fcrd nur das Leben kosten, vierfach ist umz\u00e4unt die Burg.<br \/>\n: Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor! :<br \/>\n6. Doch f\u00fcr uns gibt es kein Klagen, ewig kanns nicht Winter sein. Einmal werden froh wir sagen: \u201eHeimat du bist wieder mein\u201c.<br \/>\n : Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit dem Spaten ins Moor. Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit dem Spaten ins Moor.<\/p>\n<p><strong>Es, es, es und es<\/strong><br \/>\n\u00dcberlieferter Redreim Anfang der 1800er Jahre<\/p>\n<p>Es, es, es und es, es ist ein harter Schlu\u00df,<br \/>\nweil, weil, weil und weil, weil ich aus Frankfurt mu\u00df.<br \/>\nDrum schlag ich Frankfurt aus dem Sinn<br \/>\nund wende mich Gott wei\u00df wohin.<br \/>\nIch will mein Gl\u00fcck probieren, maschieren.<\/p>\n<p>2. Er, er, er und er, Herr Meister leb er wohl! Ich sags ihm grad frei ins Gesicht, seine Arbeit die gef\u00e4llt mir nicht.<br \/>\n3. Sie, sie, sie uns sie, Frau Meisterin, leb sie wohl! Ich sags ihr grad frei ins Gesicht, ihr Speck und Kraut, das schmeckt mir nicht.<br \/>\n4. Sie, sie, sie und sie, Jungfer K\u00f6chin, leb sie wohl H\u00e4tt sie das Essen besser gericht, so w\u00e4r ich gewandert nicht.<br \/>\n5. Er, er, er und er, Herr Wirt, nun leb er wohl! H\u00e4tt er die Kreid nicht doppelt geschrieben, w\u00e4r ich noch l\u00e4nger dageblieben.<br \/>\n6. Ihr, ihr, ihr und ihr, ihr Jungfern, lebet wohl, Ich w\u00fcnsche euch zu guter Letzt, einen anderen, der mein Stell ersetzt.<br \/>\n7. Ihr, ihr, ihr und ihr, ihr Br\u00fcder lebet wohl! Hab ich euch was zu Leid getan, so bitt ich um Verzeihung an.<br \/>\n8. Und, und, und und und, und ward zu guter Letzt auch, auch, auch und auch ein Hund auf mich gehetzt.<br \/>\nDem Kerl setz ich auf den T\u00fcrenknauf des nachts was warmes weiches drauf.<\/p>\n<p><strong>Bolle reiste j\u00fcngst zu Pfingsten<\/strong><br \/>\nDas urspr\u00fcnglich f\u00fcnfstrophige Lied aus dem Berliner Raum ist um 1900 entstanden. Verfasser und Komponist sind unbekannt. Es verbreitete sich m\u00fcndlich in vielen Teilen Deutschlands. Aus dem Archiv Hubert Schendel www.deutscheslied.com (im 2013 erschienenen Liederbuch des FBS) werden zus\u00e4tzlich zu den urspr\u00fcnglichen f\u00fcnf Strophen eine 6. und 7. Strophe aufgef\u00fchrt. <\/p>\n<p>1. Bolle reiste j\u00fcngst zu Pfingsten, nach Pankow war sein Ziel.<br \/>\nDa verlor er seinen J\u00fcngsten janz pl\u00f6tzlich im Jew\u00fchl,<br \/>\n&#8217;ne volle halbe Stunde hat er nach ihm jesp\u00fcrt.<br \/>\nAber dennoch hat sich Bolle janz k\u00f6stlich am\u00fcsiert.<\/p>\n<p>2. In Pankow jab\u2018s keen Essen, in Pankow jab\u2018s keen Bier,<br \/>\nwar allet uffjefressen von fremdem Leuten hier.<br \/>\nNich&#8216; ma\u2018 &#8217;ne Butterstulle Ha\u2019m \u2018se ihm reserviert!<br \/>\nAber dennoch hat sich Bollenjanz k\u00f6stlich am\u00fcsiert.<\/p>\n<p>3. Auf der Sch\u00f6nholzer Heide, da jab\u2018s ne Keilerei,<br \/>\nund Bolle jar nicht feige, war mittenmang dabei,<br \/>\nhat\u2018s Messer rausjezogen und f\u00fcnfe massakriert,<br \/>\naber dennoch hat sich Bolle janz k\u00f6stlich am\u00fcsiert.<\/p>\n<p>4. Es fing schon an zu tagen, als er sein Heim erblickt.<br \/>\nDet Hemd war ohne Kragen, det Nasenbein zerknickt,<br \/>\ndet rechte Auge fehlte, det linke marmoriert,<br \/>\naber dennoch hat sich Bolle janz k\u00f6stlich am\u00fcsiert.<\/p>\n<p>5. Als er nach Haus jekommen, da jing\u2018s ihm aber schlecht;<br \/>\nda hat \u2018n seine Olle janz m\u00f6rderisch verdrescht!<br \/>\nne volle halbe Stunde hat sie auf ihm poliert,<br \/>\naber dennoch hat sich Bolle janz k\u00f6stlich am\u00fcsiert.<\/p>\n<p>6.   Unser Bolle wollte sterben und hat sich\u2019s \u00fcberlegt<br \/>\nEr hat sich auf die Schienen der Kleinbahn draufgelegt<br \/>\nDie Kleinbahn hat Versp\u00e4tung und vierzehn Tage auf<br \/>\nda fand man unsern Bolle als Schimmel wieder auf.<\/p>\n<p>7.   Und Bolle wurd\u2019 begraben in einer alten Kist\u2019.<br \/>\nDer Pfarrer sagte \u201cAmen\u201d, man warf ihn auf den Mist.<br \/>\nDie Leute klatschten Beifall und gingen dann nach Haus.<br \/>\nUnd nun ist die Geschichte von unserm Bolle aus.<\/p>\n<p><strong>Am Birnbaum &#8211; (B\u00e4nkelgesang)<\/strong><br \/>\nAuch dieses Lied ist Volksgut und kommt aus verschiedenen Quellen, wurde \u00fcber Jahrhunderte m\u00fcndlich weitergetragen. Einst hatte es 14 Strophen. Es ist eines von vielen B\u00e4nkelges\u00e4ngen die oft beim Freien Begegnunsschachtes gesungen werden. <\/p>\n<p>Drunten in der gr\u00fcnen au, steht ein Birnbaum schau, schau!<br \/>\nDrunten in der gr\u00fcnen Au, steht ein Birnbaum schau, schau!<br \/>\nUnd was ist am Baum? Am Baum ist der Stamm, Stamm am Baum Baum in der Au.<\/p>\n<p>2. Drunten in der gr\u00fcnen Au, steht ein Birnbaum schau, schau! Drunten in der gr\u00fcnen Au, steht eien Birnbaum schau, schau!<br \/>\nUnd was ist am Stamm? Am Stamm ist der Ast, Ast am Stamm, Stamm am Baum, Baum in der Au.<\/p>\n<p>3. Und was ist am Ast? Am Ast ist das \u00c4sterl.<br \/>\n4. Und was ist am \u00c4sterl? Am \u00c4sterl ist der Zweig.<br \/>\n5. Und was ist am Zweig? Am Zweig ist das Zweigerl.<br \/>\n6. Und was ist am Zweigel? Am Zweigerl ist das Blatt.<br \/>\n7. Und was ist am Blatt? Am Blatt ist das Blatterl.<br \/>\n8. Und was ist am Blatterl? Am Blatterl ist das Nest.<br \/>\n9. Und was ist im Nest? Im Nest ist ein Ei.<br \/>\n10. Und was ist im Ei? Im Ei ist ein Vogel.<br \/>\n11. Und was ist am Vogel? Am Vogel ist die Feder.<br \/>\n12. Und was wird aus der Feder? Aus der Feder wird das Bett.<br \/>\n13. Und wer liegt im Bett? Im Bett liegt die Maid.<br \/>\n14. Und wer liegt noch im Bett? Im Bett liegt der Bub.<br \/>\n15. Und was machen die Zwei? Die Zwei machen ein Kind.<br \/>\n16. Und was wird aus dem Kind? Aus dem Kind wird ein Bub.<br \/>\n17. Und was wird aus dem Bub? Aus dem Bub wird ein Bauer.<br \/>\n18. Und was wird aus dem B.. ? Der Bauer pflanzt einen Birnbaum.<br \/>\n19. Und was ist am Baum? Am Baum ist ein Ast \u2026..<\/p>\n<p><strong>Wann wir schreiten Seit an Seit<\/strong><br \/>\ndiese Weise brachte unter Anderem, Daniel Lorenzen Ende August 2014 beim Sommer-Herbst-Kongress im Jugendheim B\u00f6rger bei seinem Vortrag zum Besten. Das Lied stammt von Hermann Claudius aus sem Jahre 1914.<\/p>\n<p>Wann wir schreiten Seit an Seit und die alten Lieder singen<br \/>\nund die W\u00e4lder widerklingen f\u00fchlen wir, es mu\u00df gelingen;<br \/>\nMit uns zieht die neue Zeit, mit uns zieht die neue Zeit.<\/p>\n<p>2. Eine Woche Hammerschlag, eine Woche H\u00e4userquadern<br \/>\nzittern noch in unsern Adern aber keiner wagt zu hadern<br \/>\nHerrlich lacht der Sonnentag, herrlich lacht der Sonnentag.<\/p>\n<p>3. Birkengr\u00fcn und Saatengr\u00fcn: Wie mit bitternder Geb\u00e4rde<br \/>\nh\u00e4lt die alter Mutter Erde, da\u00df der Mensch ihr eigen werde<br \/>\nihm die vollen H\u00e4nde hin, ihm die vollen H\u00e4nde hin.<\/p>\n<p>4. Mann und Weib und Weib und Mann sind nicht Wasser<br \/>\nmehr und Feuer. Un die Leiber legt ein neuer Frieden sich,<br \/>\nwir blicken freier Mann und Weib, uns f\u00fcrder an Mann und<br \/>\nWeib, uns f\u00fcrder an.<\/p>\n<p>6. Wann wir schreiten Seit an Seit und die alten Lieder singen<br \/>\nund die W\u00e4lder widerklingen f\u00fchlen wir, es mu\u00df gelingen:<br \/>\nMit uns zieht die neue Zeit, mit uns zieht die neue Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Moorsoldaten Das Lied ist in unserer Heimat, im Konzentrationslager B\u00f6rgermoor entstanden und fand Aufnahme im Liederbuch des Freien Begegnungsschachtes (FBS), einer Gruppe freireisender Handwerksgesellen in Deutschland. Texter des Liedes waren der Bergmann Johann Esser und der Schauspieler und Regisseur Wolfgang Langhoff, die Musik stammt von dem kaufm\u00e4nnischen Angestellten Rudi Goguel. Das Lied wurde am [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-3963","page","type-page","status-publish","hentry","odd"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3963"}],"version-history":[{"count":21,"href":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3963\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3965,"href":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3963\/revisions\/3965"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}