{"id":1035,"date":"2010-02-11T06:56:30","date_gmt":"2010-02-11T05:56:30","guid":{"rendered":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=1035"},"modified":"2010-02-11T10:16:01","modified_gmt":"2010-02-11T09:16:01","slug":"wanderweg-iii","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/?page_id=1035","title":{"rendered":"Wanderweg III"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Wanderweg III \u2013 D\u00fcnen und Ostermoor<\/strong><\/p>\n<p>beginnt wieder im Ort B\u00f6rger. \u00dcber einen alten Weg auf den fr\u00fcher die Schafe getrieben wurden, geht es in die Feldmark. Nach ein paar Hundert Metern sieht man an der linken Seite eine kleine Quelle die aus einer leichten Anh\u00f6he sickert (Punkt 1). \u00dcber einer Orthschicht (verfestigte Humusschicht) im Boden tritt an dieser absch\u00fcssigen Stelle eine Quelle zu Tage, die vor allem in den Wintermonaten kr\u00e4ftig sprudelt. Der Volksmund nennt sie \u201eHundewelle\u201c. Hinter der Quelle liegen die \u201ebruunen Plakken\u201c und der \u201eGoosebult\u201c. Fr\u00fcher wurde dieses Gebiet als Weide von den B\u00f6rger Bauern genutzt wurden. Durch eine massive Schafhaltung und der damit eintretenden \u00dcberweidung wurde die Weiden und Heidefl\u00e4chen \u00f6stlich der Hundewelle zerst\u00f6rt und den Winden ausgeliefert. Nordwestwind trieb Sand in die K\u00e4mpe, die dann von Wehsandd\u00fcnen \u00fcberrollt und dann f\u00fcr die Landwirtschaft unbrauchbar wurden. Dieses Gebiet ist ca. 1000 Hektar gro\u00df. Diese Fl\u00e4che wurde Anfang der 1800er Jahre aufgepflanzt. Noch heute liegen diese m\u00e4chtigen Sandd\u00fcnen hier. Auf dem R\u00fcckweg sehen wir noch weitere, D\u00fcnen.<\/p>\n<p>An Punkt 2 befinden wir uns hier an Fleers-Grotte. Wilhelm Fleer ein Maler aus B\u00f6rger schuf die Grotte weil er gl\u00fccklich aus dem I. Weltkrieg nach Hause gekommen ist als Versprechen an den Herrgott Sie spiegelt den christlichen Glauben der Bev\u00f6lkerung wider. N\u00f6rdwestlich von hier, auf dem freien Feld vermutet man ein altes Wehrlager, denn die Flurnamen \u201eRaue-Bult\u201c, \u201evor der Hornschanze\u201c, \u201eBleiham\u201c, \u201eBloomhusen\u201c sowie \u201egro\u00dfe und kleine Ossendille\u201c lassen vermuten, das sich hier an der Grenze zu Ostfriesland eine befestigtes Grenzsicherungslager befand. <\/p>\n<p>(Punkt 3) &#8211; Vor uns liegt ein landschaftliches Kleinod. Der Volksmund nennt diese Stelle \u201eBiskupsmeer\u201c. Auf einer Orthschicht lief hier das Regenwasser zusammen und schuf einen Teich. Naturbelassen ist er ein R\u00fcckzugsgebiet f\u00fcr viele Tierarten, die man an anderer Stelle nicht mehr vorfindet. Weiter n\u00f6rdlich befindet sich eine Stelle die man \u201eVoagelpoul\u201c nennt. Dort war ein weiterer Teich, der heute nicht mehr vorhanden ist. Fr\u00fcher waren viele solcher \u201eMelmlochtp\u00f6ule\u201c  in der Heidelandschaft vorhanden. Nordwestlich in einem kleinen Waldgrundst\u00fcck befinden sich Reste von Grabh\u00fcgeln aus der Jungsteinzeit. Der weitere Weg f\u00fchrt hinter den D\u00fcnen entlang <\/p>\n<p>\u00fcber den \u201eNortenbarchsfeen\u201c zur Windh\u00f6he. Hier kann man die Waldruhe finden, die viele Dichter zu Gedichten \u00fcber Waldlandschaften inspirierte. Sehenswert ist auch die vielf\u00e4ltige Blumenpracht (im Fr\u00fchling, Sommer und Herbst) am Wegesrain. Wer den Weg abk\u00fcrzen m\u00f6chte, folgt der gestrichelten Linie geradeaus zur L 32 \u2013 Breddenbergerstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf unserer Wanderung durch das ehemalige Schaf- und Heideland kommen wir an Fischteichen vorbei, die vor ein paar Jahrzehnten durch Kiesabbau entstanden sind und die heute als Fischgew\u00e4sser genutzt werden (Punkt 4). <\/p>\n<p>Der R\u00fcckweg f\u00fchrt uns ein kleines St\u00fcck entlang der Landstra\u00dfe 32. Links sieht man das so genannte \u201eGoosemoor\u201c (G\u00e4nsemoor) in dessen Mitte die Ohe flie\u00dft. Die rechts der Stra\u00dfe, also nordwestlich, liegenden Sandd\u00fcnen haben sich, durch den Wind angetrieben, fr\u00fcher \u00fcber das Moor gelegt und es erstickt. Unsere Vorfahren haben uns erz\u00e4hlt, dass man in den Sandd\u00fcnen, entlang der Breddenberger Stra\u00dfe Torf gegraben habe, welcher durch den Sand zusammengepresst von au\u00dferordentlich guter Qualit\u00e4t war. Nach ca. 500 Metern geht es wieder in den Wald. Genie\u00dfen Sie die Ruhe dieser markanten D\u00fcnenlandschaft. (Punkt 5).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wanderweg-3fertig-211x300.jpg\" alt=\"Wanderweg 3fertig\" title=\"Wanderweg 3fertig\" width=\"211\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1048\" srcset=\"http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wanderweg-3fertig-211x300.jpg 211w, http:\/\/heimatverein.he-webpack.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/Wanderweg-3fertig-720x1023.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/>Hier kann man noch einmal die angesprochenen D\u00fcnen unter alten Kiefern sehen und erahnen, wie sie w\u00fcsten\u00e4hnlich vor 2 bis 300 Jahren hier \u00fcbers Land zogen und Teile des H\u00fcmmling erstickten. Mit einer gro\u00dfen Aufforstungsaktion, die der Herzog von Arenberg anordnete, wurden nach Herrschaft Napoleons \u00fcber das Emsland, diese Wehsande ged\u00e4mpft und gez\u00e4hmt. Gepflanzt wurde damals die Grobkiefer, die wenig anspruchsvoll auf den kargen Sand gedieh. Die D\u00fcnen sind Eigentum der Markgemeinde B\u00f6rger. (Punkt 6). Wir wollen hoffen, dass es so bleibt und dass diese D\u00fcnenlandschaft als Erholungsrefugium erhalten und gesch\u00fctzt wird. \u00dcber die Erste Drift geht es dann \u00fcber die Breddenbergerstra\u00dfe \u00fcber die Mask zum Goosemoor.<\/p>\n<p>Seit Jahrhunderten wird diese Moorlandschaft des Ohetals genutzt. Nord\u00f6stlich in Richtung Breddenberg ist es grossenteils aroundiert und flurbereinigt. Im Oberlauf aber bietet es noch den althergebrachten Anschein. Hier steht es unter Naturschutz. Es geht weiter zum Platz der alten Walkem\u00fchle.<\/p>\n<p>B\u00f6rger ist ein alter M\u00fchlenstandort. Ende des 19. Jahrhunderts waren eine Wasserm\u00fchle, zwei Windm\u00fchlen und eine Dampfkraftm\u00fchle in Betrieb. Deshalb ist im B\u00f6rger Wappen ein M\u00fchlenstein abgebildet. Noch 1947 war die Osterm\u00fchle in Betrieb. Hier auf diesem Platz (Punkt 8 an der Ohebr\u00fccke) befand sich bis Ende der 1910er Jahre des eine Wasserm\u00fchlenanlage, die so genannte Walkem\u00fchle. Sie ist schon im Jahre 1204 (andere Berichte sprechen von 1170) urkundlich erw\u00e4hnt. Seit Menschengedenken wurde hier das Korn gemahlen, die Schafwolle zu Stoff gewalkt und \u00d6l aus Raps-, Buchen- und Leinsamen gepresst. Auf dem M\u00fchlenhof, den wir zur rechten liegend gesehen haben, befand sich die Heuerstelle des Walkem\u00fcllers dieser M\u00fchle. Hier, wo einst die Walkem\u00fchle stand, sah man noch 1975 alte M\u00fchlsteine und Reste des M\u00fchlenhauses liegen und gro\u00dfe Teile des alten Wehres waren noch vorhanden. Heute sind nur noch wenige Holzreste unterhalb der Br\u00fccke sichtbar. Rechts von hier, oberhalb des verfallenen Wehres, war die Ohe zu einem gro\u00dfen M\u00fchlenteich aufgestaut, der auch als Fischgew\u00e4sser genutzt wurde. \u00d6fters wird auch von gro\u00dfen Lachsf\u00e4ngen an der Walkem\u00fchle berichtet. Der Lachs und viele andere Fischarten sind hier nicht mehr heimisch. Seit einigen Jahren ist das Gebiet \u201eOberlauf der Ohe\u201c, zu dem auch dieser Platz geh\u00f6rt unter Naturschutz gestellt worden, um R\u00fcckzugsgebiete f\u00fcr Flora und Fauna zu schaffen. In diesem Gebiet ist nur eine Weidewirtschaft mit bestimmten Auflagen erlaubt. Das ist gut so. \u00dcber diesen M\u00fchlendamm, der an der anderen Seite des Fl\u00fcsschens weitergeht ging fr\u00fcher der gesamte Verkehr dieser Region, denn die Landstra\u00dfe 62 von B\u00f6rger nach Spahnharrenst\u00e4tte ist erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts gerade durch das Moor gezogen worden. <\/p>\n<p>Weiter geht es entlang der L 62 \u2013 Spahnharrenst\u00e4tterstra\u00dfe zur\u00fcck nach B\u00f6rger. An Punkt 9 der \u00dcbersichtskarte hat man die M\u00f6glichkeit einer kurzen Rast an der \u201eOsterkluse\u201c. Diese Klause ist eine von dreien, die sich am Rande des B\u00f6rger Esches befinden. Sie sind \u00fcber 100 Jahre alt. Sie dienten und dienen noch als Anlaufstellen f\u00fcr Bittprozessionen und zur pers\u00f6nlichen Einkehr. Mit Hilfe des Heimatvereines B\u00f6rger e.V. wurde die Anlage 1998 restauriert.  Die hiesige Nachbarschaft hat die Pflege dieser Anlage \u00fcbernommen. <\/p>\n<p>Von hier aus geht es dann duch den Osterkamp zum Heimathaus. Die Anlage beim Heimathaus mit den Teichen l\u00e4dt zu einer Rast ein. Hier ist der Heimatverein zu Hause. Das Haus wurde als M\u00fcllerhaus auf dem M\u00fchlenhof im Jahre 1749 gebaut kam dann im Jahre 1985 bauf\u00e4llig hierher. Mit Liebe ist es wieder aufgebaut worden und dient als Heimathaus. Ein weitere Geb\u00e4ude dient dem Heimatverein als Werkstatt.<\/p>\n<p>An einem Eichenbrink vorbei geht es dann weiter zur Ortsmitte, dem Ziel das Ende des Wanderweges.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wanderweg III \u2013 D\u00fcnen und Ostermoor<\/p>\n<p>beginnt wieder im Ort B\u00f6rger. \u00dcber einen alten Weg auf den fr\u00fcher die Schafe getrieben wurden, geht es in die Feldmark. 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